Kolumne

«Stadtwärts»: Koks, Mona und Nussbrot

Auch unfreiwillige Werbung im TV kann durchaus funktionieren, wie Stadt-Redaktor Roman Hodel festgestellt hat.

Roman Hodel
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Roman Hodel

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Sind Sie ein Fan von Kundenkarten? Ich gar nicht. Aber es gibt Ausnahmen – und um eine davon geht es heute. Vor kurzem weilte SRF-Moderatorin Mona Vetsch in Luzern und drehte einen Film über die Gassechuchi. Ich sah den Dok im TV und fand: Gut gemacht. Vetsch hat etwas Kumpelhaftes, Echtes. Betroffenheit ja, aber nicht tränentriefend. Und nur selten agiert sie unbedarft. Etwa wenn sie einen Besucher fragt: «Ja bist du jetzt auf Drogen? Weisch, bei dir merkt man es gar nicht.»

Irgendwann zeigte die Kamera Aufnahmen aus dem Konsumationsraum. Mit einer Karte zog eine Hand aus einem Häufchen weissem Pulver Linien. Jesses! Nicht wegen der Drogen. Nein, wegen der Karte. Es war eine Rosarote der Confiserie Bachmann. Zur besten Sendezeit. Hoppla. Nun, es dürfte sich um unfreiwilliges Product Placement gehandelt haben.

Item. Besagte Szene erinnerte mich daran, dass ich irgendwo auch noch eine Bachmann-Kundenkarte haben muss. Tatsächlich wurde ich daheim fündig. Anderntags stand ich in einer Bachmann-Filiale. Als mir die Verkäuferin eröffnete, dass auf meiner Kundenkarte noch ein Guthaben von 27 Franken geladen ist, war ich so erfreut darüber, dass ich gleich zwei Paillasse Nuss bestellte – mein Lieblingsbrot. Da klebt übrigens immer so viel Mehl dran… man könnte mit einer Plastikkarte glatt ein paar Linien ziehen.