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Kolumne

«Stadtwärts»: Nie mehr Pizza essen?

Redaktor Hugo Bischof über die Tücken von Ferien in Italien.
Hugo Bischof
Hugo Bischof.

Hugo Bischof.

Wir verreisten diesen Sommer für eine Woche nach Italien, ins Piemont. Als Reisemittel wählten wir die Eisenbahn – nicht nur, um das Klima zu schonen, sondern auch aus Bequemlichkeit. Ohne Stau, in dezent klimatisierten Zügen: Genuss pur. Dass man dabei auch noch ein paar Kilo weniger CO2 produziert als andere Reisende – umso besser.

In Turin sind wir dann – schon vorher geplant –aufs Mietauto umgestiegen. Denn Regionalzugverkehr gibts in Italien, wenn überhaupt, nur ansatzweise. Dass man auf Italiens Autobahnen Gebühren bezahlen muss, wussten wir. Wie es genau funktioniert aber nicht. So bogen wir an einer der vielen Zahlstationen prompt falsch ein. Ohne Telepass war nichts zu machen. Hinter uns begann es zu stauen. Ein Hupkonzert blieb erfreulicherweise aus. Wir waren offenbar nicht die ersten Touristen, die in die Maut-Falle tappten.

Nach verzweifelten Hilferufen erbarmte sich eine Mitarbeiterin unser und öffnete die Schranke. Die 7 Euro Gebühr, die ich ihr in bar hinstreckte, ignorierte sie. Ende gut, alles gut also? Weit gefehlt. Zurück in der Schweiz, erhielt ich ein Schreiben der Mietauto-Firma. Wegen eines Strassendelikts werde mir die Polizia Italiana innert einem Jahr eine Busse in ungenannter Höhe zusenden. 56 Euro Bearbeitungsgebühr zog die Firma gleich selber von meiner Kreditkarte ab.

Was tun? Die Busse und die Gebühr anfechten – auf die Gefahr hin, dass mit Mahngebühren und Gerichtskosten das Ganze am Schluss noch teurer wird? Nie mehr nach Italien verreisen? Nie mehr Pizza all’arrabiata essen? Ich entschied mich für die einfachere Variante. Zahlen, abhaken! Eines aber ist klar: Bella Italia mit dem Auto kann mir gestohlen bleiben. Wer weiss, vielleicht macht Italiens Regionalzugverkehr bald einen grossen Schritt vorwärts – dank Klimadebatte.

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