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«Stadtwärts»: Nömber One, weisch

Roman Hodel, Redaktor Stadt Region Luzern, darüber, wie es ist, die Nummer 1 zu sein.
Roman Hodel
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«Ich bin die Nummer 1» – wer sagt das nicht gern? Roger Schawinski zum Beispiel inflationär. Genau, der kürzlich etwas in Ungnade gefallene TV-Talker. Bei allem möglichem ist der Zürcher die «Nömber One», wie Victor Giacobbo bei seinen «Schawi»-Parodien zu sagen pflegte. Als da wären das erste Lokalradio der Schweiz, der erste nationale Privat-TV-Sender und so weiter.

Diesbezüglich fällt mir eine Unterhaltung ein, die ich neulich vor dem Hallenbad auf der Luzerner Allmend mitbekommen habe. Zwei Senioren. Beides Frühschwimmer. Sagte der eine: «Hast du den Typen vorher gesehen, der neben dir geschwommen ist? Weisch, der ist damals, am Eröffnungstag des Hallenbades als Erster durch die Eingangstüre.» Der andere erwidert angemessen beeindruckt: «Ah ja? Nicht schlecht.» Worauf der Erstsprechende nachschob: «Ich war übrigens die Nummer 3.» Der andere: «Immerhin.»

Das dachte ich auch. Dabei kam mir Literaturnobelpreisträger Carl Spitteler in den Sinn. Der war 1924 der Erste, der im alten Krematorium in Luzern eingeäschert wurde. Vor allem aber ging mir durch den Kopf: Wo war oder bin ich eigentlich die Nummer 1? Also spontan fällt mir nur dies ein: Am Samstagmorgen bin ich oft der Erste, der Punkt acht Uhr in die Migros stürmt. Das ist jeweils ein Gefühl, sag ich Ihnen!

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