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Kolumne

«Stadtwärts»: Scheinwerfer, die «spinnen»

Eine technische Panne im «Le Théâtre» Emmen sorgte für ein ungewolltes Lichtspektakel, viel Schmunzeln und eine Runde Cüpli.
Hugo Bischof
Hugo Bischof, Redaktor Ressort Stadt/Region Luzern

Hugo Bischof, Redaktor Ressort Stadt/Region Luzern

Die grosse Musical-Welt hat einen Aussenposten auch im Provinz-Dorf Emmen (sorry Emmer, ich bin ursprünglich auch einer!). Im «Le Théâtre»/Gersag geht die Post diesbezüglich gehörig ab. Das derzeit gespielte Musical«Sister Act» etwa wartet mit bombenmässigem Drive und einer – man darf es ruhig sagen – Weltklasse-Hauptdarstellerin auf.

Weltklasse ist vor Fauxpas nicht gefeit – nicht in New York und nicht in Emmen. Das zeigte sich am 19. Januar, als das Orchester Emmen im «Le Théâtre» gastierte, mit südamerikanischen Rhythmen und viel Leidenschaft. Das Amateurorchester, verstärkt durch einige Profi- Bläser, begeisterte das zahlreiche Publikum. Erlauben Sie mir, dies zu sagen, obwohl ich als Geiger selber im Orchester Emmen mitspiele...

Vor der Pause begann dann das wundersame Lichtspektakel. Zuerst zuckten vereinzelte blaue Blitze durch den Saal. Ein euphorisierter Fotograf, der im Sekundentakt auf den Auslöser drückt? Fehlanzeige. Denn danach gings erst richtig los: Die Scheinwerfer begannen sich wie verrückt im Kreis zu drehen – fast wie in der Disco.

Mich hat es nicht gross irritiert– ich war zu sehr in meine Noten vertieft. Auch der allergrösste Teil des Publikums nahm es gelassen. Einige dachten wohl, das sei Teil der Show, und schmunzelten. Etwas gschpässig wurde es dann aber schon, als einzelne Zuhörer gezielt von einem Scheinwerfer angestrahlt wurden.

Licht-Trouble im Saal – für den Betreiber eines Musical-Hauses ein Super-GAU. «Le Théâtre»-Chef Andreas Härry sass entsprechend auf Nadeln – auch weil am kommenden Tag die nächste «Sister Act»-Aufführung anstand. In der Pause konnte das Problem provisorisch behoben werden. Und Härry rettete die Situation souverän: Er offerierte allen Zuschauern nach dem Konzert ein Cüpli. Das war dann wieder echte Weltklasse! Alle waren sich einig: Das Licht-Intermezzo tat dem guten Gesamteindruck des Konzerts keinen Abbruch.

Am nächsten Tag dann die Auflösung: «Software-Bug? Kompliziertes Netzwerkproblem? Alles Blödsinn», vermeldete Härry. Der Grund für die unfreiwilige Lichtschau war banal: Ein Steuerkabel kam versehentlich mit einem heissen Scheinwerfer in Berührung, worauf der Plastik des Kabels schmolz. «Dadurch», so Härry, «wurden immer ‹wildere› Signale durchs Kabel an die Scheinwerfer gesandt, worauf diese immer mehr ‹spinnten›.» Die Tücken der Technik! Der Defekt war schnell behoben; «Sister Act» ging am kommenden Tag unbehelligt von technischen Problemen über die Bühne.

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