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Kolumne

«Stadtwärts»: Splitt und
das Ende einer Zivilisation

Der Frühling hat so seine Tücken, wie Stefan Dähler, stv. Leiter Ressort Stadt/Region Luzern, zu berichten weiss.
Stefan Dähler
Stefan Dähler

Stefan Dähler

Als Vater zweier kleiner Kinder bin ich mittlerweile geübt darin, Wunden zuzupflastern. Diese Fähigkeit ist im Frühling besonders gefragt. Die Kinder tollen wieder vermehrt draussen herum – entsprechend kommt es zu Stürzen. Die «Wundenbildung» wird dadurch verstärkt, dass bei uns im Quartier nach der Schneeschmelze ziemlich viel Splitt liegen geblieben ist. Die kleinen Steinchen können sich ganz fies in die Haut bohren.

Okay, ein Drama ist das nicht. Also doch, aber eines, das schnell wieder abklingt. Und wenn man etwas weiter denkt, kann man nachvollziehen, dass der Splitt-Einsatz sinnvoll ist. Bevor der Frühling mit seinen Stürzen kommt, hilft das Mini-Gestein, ebensolche Stürze aufgrund von Schnee und Eis zu verhindern.

Denkt man noch etwas weiter, könnte der viele Splitt aber doch fatale Folgen haben. Was sollen künftige Zivilisationen nach unserem Ende mal denken, wenn sie hier archäologische Ausgrabungen machen? Eine naheliegende, aber falsche Erkenntnis wäre: «Ist ja klar, sind die untergegangen. Bei all diesen Steinchen in der Erde wächst doch nichts Gescheites.» Und da ja bekanntlich alle intelligenten Wesen aus der Geschichte lernen, könnte durch diese Fehlinterpretation schon das Ende der nächsten Zivilisation eingeleitet sein.

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