Kolumne

«Stadtwärts»: Von redseligen Buschauffeuren und Girls mit harten Beinen

Was man alles erlebt, wenn man im Bus in der Stadt Luzern unterwegs ist, davon berichtet Roman Hodel in seiner Kolumne.

Roman Hodel
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Roman Hodel.

Roman Hodel.

Bild: Dominik Wunderli

Manche Buschauffeure kommunizieren gern via Mikrofon mit den Fahrgästen. Entweder weil sie müssen («bitte stehen sie von der Türe weg, damit wir weiterfahren können») oder weil sie wollen («ich wünsche allen einen sonnigen Tag»). Unter die zweite Kategorie fällt auch jener Chauffeur, der kürzlich übers Mikrofon Kritik übte am Verkehrsregime der Stadt Luzern. Jawoll. Sie haben richtig gelesen.

Nun, er hatte seinen Gelenkbus auf der Obergrundstrasse abrupt abbremsen müssen. Umgehend entschuldigte sich der Mann via Mikro für seine Fahrweise und schob in folgendem, ungefährem Wortlaut nach: «Leider haben Busse in der Stadt Luzern kaum Vorfahrt, wodurch Ampeln zu rasch auf Rot schalten.» In anderen Städten sei dies besser gelöst. «Deshalb kommt es dort gar nicht erst zu solchen Bremsmanövern.» Mir fiel da nur noch ein: Mobilitätsdirektor Adrian Borgula, übernehmen Sie!

Nicht vom Über- sondern vom Abnehmen sprachen später im selben Bus drei Girls. Die eine prahlte: «Ich hab im Fall mega Gewicht verloren und dafür Muskeln aufgebaut.» Die anderen waren mässig beeindruckt. Also stand die Erstgenannte auf, zeigte auf ihr Bein und forderte die beiden auf: «Fasst mal an!» Sie taten es und kommentierten – jetzt schwer –beeindruckt: «Boah, krass!» In diesem Moment bremste der Bus, aber süferli. Dennoch kam es zwischen den Girls nun noch zu unfreiwilligem Körperkontakt. Sie kicherten. Und ich dachte: Die können froh sein, hat hier nicht eben eine Ampel rasch auf Rot geschaltet.

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