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STADTZENTRUM: Brunnen warten auf Sanierung

14 Brunnen in der Innenstadt sind sanierungsbedürftig. Die Restaurierungsmassnahmen übersteigen aber das ordentliche Budget für den Unterhalt.
Müssen saniert werden: der Weinmarktbrunnen (Bild: Dominik Wunderli)

Müssen saniert werden: der Weinmarktbrunnen (Bild: Dominik Wunderli)

Simon Bordier

Die meiste Zeit plätschern die 225 Brunnen der Stadt Luzern unbemerkt vor sich hin, einige schon seit mehreren hundert Jahren. Die alten denkmalgeschützten Brunnen stehen aber seit einiger Zeit unter erhöhter Aufmerksamkeit des Strasseninspektorats. «Wir arbeiten zurzeit an einer Bestandesaufnahme mit 14 sanierungsbedürftigen Brunnen in der Innenstadt», sagt Reinhard Hofmann, Leiter Unterhalt Bau des Strasseninspektorats. Diese befänden sich zwar nicht in einem akuten Zustand. «Aber um künftige Schäden zu verhindern, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Sanierungs- und Restaurierungsmassnahmen gekommen.»

Aufwendige Verfahren

Erst Mitte Juni wurde der Zeughausbrunnen in der Pfistergasse nach fünfmonatigen 200 000 Franken teuren Reparaturarbeiten wieder eingeweiht. Seit Anfang Juni sind zudem die Renovierungsarbeiten am Fritschibrunnen auf dem Kapellplatz im Gange: In einem aufwendigen Verfahren werden die Brunnensäule aus Sandstein und die Brunnenfigur restauriert. Die Stadt zahlt 40 000 Franken an die Restaurierung, für die restlichen Kosten kommt die Zunft zu Safran auf, deren Geschichte eng mit jener des Brunnens verknüpft ist. Über den genauen Beitrag der Zunft wurde Stillschweigen vereinbart. «Durch die Arbeiten an den beiden Brunnen sind wir für mögliche Schäden und Probleme alter Brunnen sensibilisiert worden», sagt Reinhard Hofmann. Jeder Brunnen habe «ein eigenes Leben» mit individuellen Restaurierungsbedürfnissen. «Der Lebenszyklus eines Brunnen lässt sich nicht genau im Voraus berechnen, sondern muss individuell beobachtet werden.» Besonders anspruchsvoll seien Brunnen aus Naturstein. «Diese lassen sich nur durch Spezialisten reparieren.» Dabei müssten Wasserzuläufe erneuert, Brunnentröge neu abgedichtet oder Säulen und Wasserspeier restauriert werden, meint Hofmann zu den wichtigsten Massnahmen. Diese würden jeweils durch das Ressort Denkmalpflege und Kulturgüterschutz koordiniert.

Abnützungserscheinungen

Grösserer Handlungsbedarf bestehe momentan beim Brunnen auf dem Weinmarkt. «Der Brunnen weist Abnützungserscheinungen auf», sagt Hofmann. Insbesondere an der markanten Sandsteinsäule nage der Zahn der Zeit. Dabei handelt es sich um eine Kopie aus den 1950er-Jahren. Das Original steht heute im Historischen Museum Luzern. Es wurde 1481 beim Steinmetz Lux Konrad in Auftrag gegeben. Mit seinen spitz zulaufenden Bögen, sogenannten Fialen, repräsentiert er einen seltenen gotischen Brunnentypus in der Schweiz.

Oben auf der Dringlichkeitsliste steht auch der Wagenbachbrunnen auf dem Europaplatz. «Die Steuerungsanlage für die Wasserfontänen ist veraltet und fehleranfällig», sagt Hofmann. Der 1934 von dem Schweizer Architekten Armin Meili entworfene Brunnen ist dabei die einzige Anlage, die mit Seewasser gespeist wird. Die Brunnen in Luzern, von denen 59 privat und 166 öffentlich zugänglich sind, führen sonst allesamt Trinkwasser. Viele Brunnen werden noch vom alten Brunnennetz gespeist (siehe Box), jene in den neueren Stadtteilen sind ans Drucknetz angeschlossen.

Sanierungsbedürftig, aber dicht

Neben dem Weinmarkt- und dem Wagenbachbrunnen müssen gemäss Hofmann in den kommenden Jahren vier weitere denkmalgeschützte Brunnen restauriert werden: der Krienbrügglibrunnen auf dem Philipp-von-Segesser-Platz, die beiden links und rechts des Musikpavillons gelegenen Rundbrunnen am Nationalquai sowie der Löwenbrunnen an der Bahnhofstrasse. «Auch bei acht neueren Brunnen in der Innenstadt besteht Handlungsbedarf, aber deren Renovierung ist weniger schwierig.» Anders als der Zeughaus- und der Fritschibrunnen, die vor der Sanierung stark beschädigt waren, wiesen die 14 aufgelisteten Brunnen aber keine undichten Stellen auf.

Die aufwendige Restaurierung alter Brunnen könne das Strasseninspektorat nicht mit dem ordentlichen Budget bestreiten, sondern dafür müssten ausserordentliche Investitionskredite beantragt werden, sagt Hofmann. Die Kosten müssten erst noch mit der Denkmalpflege ermittelt werden.

Für ordentliche Unterhaltsarbeiten der Brunnen stehen dem Strasseninspektorat jährlich 30 000 bis 40 000 Franken zur Verfügung. Das Inspektorat ist nicht für alle öffentlich zugänglichen Brunnen zuständig, sondern nur für die 79 Anlagen auf öffentlichem Grund. Die Reinigung schlägt nochmals jährlich mit 30 000 bis 40 000 Franken zu Buche. «Momentan müssen die Brunnen besonders häufig und stark gereinigt werden, weil sich wegen der Hitze besonders schnell Algen bilden», erklärt Hofmann. Den Löwenanteil bilden aber die 650 Millionen Liter Wasser, welche jährlich durch das alte Brunnennetz fliessen und für welche die Stadt jährlich rund eine halbe Million Franken an die EWL entrichtet.

der Wagenbachbrunnen beim KKL (Bild Simon Bordier)

der Wagenbachbrunnen beim KKL (Bild Simon Bordier)

sowie der Krienbrügglibrunnen. (Bild Dominik Wunderli)

sowie der Krienbrügglibrunnen. (Bild Dominik Wunderli)

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