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Ständerat unterstützt Durchgangsbahnhof Luzern – und schafft neue Konkurrenz

Die Planung des unterirdischen Bahnhofs in Luzern ist entgegen den Plänen des Bundesrats im nächsten Ausbauschritt enthalten. Doch der Ständerat nimmt auch weitere Projekte auf die Liste – und schafft damit neue Konkurrenz für Luzern.
Christian Glaus
Der Durchgangsbahnhof Luzern könnte nach dem Entscheid im Ständerat bis 2040 gebaut werden. (Visualisierung: PD)

Der Durchgangsbahnhof Luzern könnte nach dem Entscheid im Ständerat bis 2040 gebaut werden. (Visualisierung: PD)

Der Ständerat hat die Weichen für den Ausbau der Bahninfrastruktur bis 2035 gestellt. Er hat am Donnerstag dem Investitionspaket ohne Gegenstimmen zugestimmt. Die Ausgaben belaufen sich auf 12,8 Milliarden Franken. Darin enthalten ist als Zentralschweizer Grossprojekt der Bau des Zimmerberg-Basistunnels II zwischen Baar und Thalwil.

Explizit im Ausbauschritt erwähnt wird auch die Projektierung des Durchgangsbahnhofs Luzern inklusive Auflageprojekt. Dies war ein wichtiges Anliegen der Zentralschweiz, um Planung und Realisierung des 2,4 Milliarden Franken teuren Bahnhofs ohne Unterbruch gewährleisten zu können. Dieses Anliegen nahm der Ständerat oppositionslos auf. Ebenso die Möglichkeit, dass der Baustart vorgezogen werden kann, wenn das Projekt gut voranschreitet und andere harzen.

Die beiden Ständeräte Konrad Graber (CVP, Luzern) und Hans Wicki (FDP, Nidwalden) weibelten im Parlament für die Zentralschweizer Anliegen. Graber betonte: «Die Erwähnung des Durchgangsbahnhofs ist deshalb von Bedeutung, weil ich davon ausgehe, dass sich das Parlament bei der Beratung des nächsten Ausbauschritts an unseren Beschlüssen orientiert.» Wicki erklärte: «Es ist den Kantonen wichtig, dass baureife Projekte jene überholen können, welche ins Stocken geraten.»

Durchgangsbahnhof: Planung bis 2028

Graber zeigte sich überrascht, dass die Planung des Durchgangsbahnhofs gemäss SBB und Bund bis 2028 dauern soll. «Eine Beschleunigung wäre aber wünschenswert.» Dafür zu sorgen, sei nun Aufgabe des Kantons Luzern und der SBB. Aufwendig sind Planung und Bau unter anderem deshalb, weil die Gleise unter dem Vierwaldstättersee in schwierigem Baugrund verlaufen. Das ist die geplante Linienführung:

Grafik: PD

Grafik: PD

Obwohl die Ständeräte den Ausbauschritt 2035 als ausgewogen lobten, brachten sie für die Zeit danach bereits neue Wünsche an. Der Bund muss dann nicht nur den Durchgangsbahnhof Luzern, den Ausbau des Knotens Basel und den Kapazitätsausbau zwischen Zürich und Aarau prüfen. Neu werden auch Massnahmen auf den Strecken Lausanne–Bern und Winterthur–St. Gallen gefordert. Trotz Warnung von Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP):

«Wir möchten für den nächsten Ausbauschritt nicht schon das ganze Budget ausgegeben haben, sondern brauchen eine gewisse Flexibilität.»

Doch mit 22 zu 17 Stimmen hielten die Ständeräte am Auftrag fest. «Eine gefährliche Konkurrenz für Luzern sehe ich dadurch nicht», erklärte Konrad Graber nach der Debatte auf Anfrage. Der Durchgangsbahnhof habe einen zu grossen zeitlichen Vorsprung. Dieser Meinung ist auch Thomas Buchmann, Departementssekretär des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements: «Der Kanton Luzern ist deshalb zuversichtlich, dass der Durchgangsbahnhof als zu realisierendes Projekt im nächsten Ausbauschritt aufgenommen und bis 2040 gebaut wird.»

Voraussichtlich im Herbst wird der Nationalrat über das Investitionspaket beraten. 2026 soll die Vorlage für den Ausbauschritt 2040 ins Parlament kommen – wahrscheinlich mit dem Durchgangsbahnhof.

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