Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

STAFFELNHOF: Heimleiter geht auf die Insel

Nach 13 Jahren wird Betriebsleiter Werner Steiger pensioniert. Nun will er neue Heraus­forderungen annehmen beispielsweise in der Politik.
Werner Steiger (64), Betriebsleiter des Betagtenzentrums Staffelnhof, hier in der Cafeteria, wird Ende Monat pensioniert. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Werner Steiger (64), Betriebsleiter des Betagtenzentrums Staffelnhof, hier in der Cafeteria, wird Ende Monat pensioniert. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Natalie Ehrenzweig

Er hat es gleich selber ausgerechnet: In der aktuellen Hauszeitung verkündet Werner Steiger (64), dass er sich nach 4833 Kalendertagen Ende Februar in die Pensionierung verabschiedet. Die grösste Aufgabe als Zentrumsleiter in den 13 Jahren war die Sanierung des Betagtenzentrums Staffelnhof. «Früher hatten wir Doppelzimmer. Das hat immer mehr zu Konflikten mit Angehörigen geführt. Auch wenn ein potenzieller Bewohner es sich hätte vorstellen können, in einem Doppelzimmer zu wohnen, die Angehörigen konnten das oft nicht», sagt Steiner. Seit der Sanierung gibt es im Staffelnhof 144 Einzelzimmer.

Bewohner kommen später ins Heim

Anspruchsvoller geworden sind aber auch die Bewohner selber. «Sie sind kritischer und selbstbewusster, trauen sich eher zu reklamieren, wenn etwas nicht gut ist», erzählt er. Die Bewohner treten ausserdem viel später in ein Pflegeheim ein als früher. «Oft kommen sie erst direkt aus dem Spital, wenn Heimgehen nicht mehr möglich ist. Dadurch sind sie nicht mehr so lange bei uns wie früher. Es kam schon vor, dass ein Bewohner drei Tage nach Eintritt verstarb», sagt Steiger.

Die selbstständigeren Älteren leben länger daheim, mit Unterstützung beispielsweise von der Spitex. Den Spagat zwischen dem jetzt aktuellen betreuten Wohnen und dem Pflegeheim sieht Steiger denn auch als eine der Herausforderungen der Zukunft. «Wie dieser Übergang gestaltet wird, wird sehr wichtig sein. Schliesslich möchte man im Alter nicht unbedingt noch umziehen.»

Auch der immerwährende Kostendruck werde eine Herausforderung bleiben. «Die Bewohner werden immer selbstbestimmter und treten mit mehr Wissen, etwa über ihre Krankheiten, ein. Dies, und dass wir gute Löhne zahlen, verursacht Kosten», weiss Werner Steiger.

Nicht der erste Berufswunsch

Zentrumsleiter zu werden, war allerdings nicht der erste Berufswunsch des gebürtigen Zürchers. «Ich wuchs auf einem Bauernhof auf und machte als Erstes eine Lehre als Automechaniker. Mit 30 habe ich die Ausbildung zum Sozialpä­dagogen absolviert und mit Jugendlichen gearbeitet. Zehn Jahre später wurde ich dann Sozialarbeiter für ältere Menschen. Da habe ich gemerkt, dass mir die Wertschätzung der alten Menschen viel bedeutet. Und es hat viel mehr Spass gemacht, als bei den Jugendlichen den Polizisten zu spielen», meint er lachend. Nachdem er dann die Ausbildung zum Institutionsleiter gemacht hat, kam er 2001 als Leiter in den Staffelnhof.

Die Gesamtverantwortung für den Staffelnhof zu haben, das hat Werner Steiger ebenso sehr Freude gemacht wie die Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern und die vielen schönen Begegnungen mit den Bewohnern. Auch wenn sich in einem Pflegeheim 60 bis 70 Todesfälle im Jahr ereignen. «Dann gehe ich in mich. Meist werden die Menschen dann ja von gesundheitlichen Sorgen befreit. Das tröstet mich etwas.»

Skiferien und Wahlen

Ab März wird er sich mit diesem traurigen Aspekt seines Berufes nicht mehr auseinandersetzen müssen. «Ein paar Pläne habe ich: eine Woche Skiferien zum Beispiel. Dann hat mich die SP 60+ angefragt, ob ich mich als Kantonsrat zur Verfügung stellen würde. Da werden wir an den Wahlen am 29. März sehen, ob das klappt. Und im Sommer plane ich, zwei, drei Monate allein auf einer griechischen Insel zu verbringen. Ich habe dort Freunde, in deren Haus ich wohnen darf. Dort werde ich lesen, mich erholen, zu mir kommen. Aber sonst werde ich mich treiben lassen», freut er sich. «In ein Loch werde ich bestimmt nicht fallen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.