Stahlkonzern will hunderte Stellen abbauen

Der Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach aus Emmenbrücke will angesichts der Schulden- und Wirtschaftskrise in Europa den Gürtel enger schnallen. In der Summe würden mehrere hundert Vollzeitstellen abgebaut. Betroffen ist auch Emmenbrücke.

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Arbeiter im Stahlwerk Schmolz + Bickenbach in Emmenbrücke. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Arbeiter im Stahlwerk Schmolz + Bickenbach in Emmenbrücke. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Bei den Deutschen Edelstahlwerken sei ein Restrukturierungsprogramm eingeleitet worden, das rund 20 Mio. Euro an Einsparungen pro Jahr bringen soll. Dazu werde die Anzahl Temporärmitarbeiter reduziert und die wöchentliche Arbeitszeit von 35 auf 31,5 Stunden bei entsprechender Lohnreduktion gesenkt, sagte der interimistische Konzernchef Marcel Imhof am Mittwoch vor den Medien in Zürich.

Beim Werk in Dänemark werde ein Teil der Blankstahlfertigung nach Düsseldorf verlagert. Und bei der Schmolz+Bickenbach Distributions GmbH in Deutschland werden mit der Personalreduktion und weiteren Effizienzsteigerungen Kosteneinsparungen von 13 Mio. Euro angestrebt.

Diese Restrukturierungsmassnahmen kosteten einmalig 12 Mio. Euro, sagte Imhof. Teile dieser Massnahmen würden sich erst im nächsten Jahr positiv auswirken.

Weniger Temporärarbeiter in Emmenbrücke

Auch im Werk in Emmenbrücke habe das Unternehmen rund 20 Temporärmitarbeiter abgebaut. Zudem reagiere man mit flexiblen Arbeitszeitmodellen auf die schwankende Nachfrage.

Ende Juni hatte der Stahlkonzern 10'447 Mitarbeiter. Das sind rund 250 mehr als sechs Monate zuvor. In Nordamerika hatte Schmolz+Bickenbach ein neues Werk in Betrieb genommen, weshalb man mehr Personal benötigte.

Insgesamt erwartet der Konzern für das gesamte Geschäftsjahr 2012 lediglich noch einen kleinen Gewinn vor Steuern. Ob Schmolz+Bickenbach auch nach Steuern noch in den schwarzen Zahlen bleibe, hänge von der Steuerbelastung ab, sagte Imhof.

Starker Gewinnrückgang

Schmolz+Bickenbach aus Emmenbrücke bekommt im ersten Halbjahr 2012 die Schuldenkrise zu spüren: Schrieb das Unternehmen im Gesamtjahr 2011 noch so gute Zahlen wie seit Boom- Zeiten nicht mehr, sind nun Umsatz- und Gewinnzahlen stark eingebrochen.

Der Umsatz ging um 5,4 Prozent auf rund 1,975 Milliarden Euro zurück, wie Schmolz+Bickenbach am Mittwoch mitteilte. Der Betriebsgewinn (Ebit) reduzierte sich um 53,6 Prozent auf 66,3 Millionen Euro und das Konzernergebnis lag sogar um 74,2 Prozent tiefer bei 18 Millionen Euro.

sda