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Standorte der geplanten Windräder bei Hitzkirch sind bekannt – und so sehen sie aus der Ferne aus

Das kontroverse Windpark-Projekt auf dem Lindenberg ist einen Schritt weiter: Die Standorte der fünf Windräder sind bekannt. Visualisierungen zeigen, wie die über 200 Meter hohen Bauten in der Landschaft aussehen könnten.
Janick Wetterwald und Andrea Weibel

Auf dem Lindenberg bei Hitzkirch sind insgesamt fünf grosse Windräder in Planung. Vier davon auf Aargauer Boden, direkt an der Grenze zu Luzern – und eines auf Luzerner Boden bei Müswangen, Gemeinde Hitzkirch (siehe Box unten).

Am Freitag teilte die Windpark Lindenberg AG (WPL AG) nun mit, wo die vier Anlagen auf Aargauer Boden stehen sollen: In Zweiergruppen nördlich und südlich des Groderwaldes. Herbert Birrer, von der Windenergie Lindenberg AG, teile auf Anfrage den Standort auf der Luzerner Seite mit. Dieser befindet sich etwas südlich vom Gebiet Weienbrunnen bei Müswangen.

Hier alle fünf Standorte auf der Karte dargestellt:

In der Mitteilung heisst es zu den vier Standorten im Kanton Aargau:

«Die Windenergieanlagen kommen in der nun vorgestellten Planung rund 400 m weiter südlich zu liegen als dies in der ursprünglichen Projektidee vorgesehen war. Dies führt dazu, dass die nördlichste Windenergieanlage nun weiter ausserhalb des Sichtfeldes der Siedlung Hämikerberg zu liegen kommt. Rund 1400 m Abstand weist der Windpark nun zu den nächsten Häusern dieser Siedlung auf.»

Damit sich die Bevölkerung ein Bild machen kann, schickte die WPL AG drei Visualisierungen aus der Sicht von verschiedenen Standorten mit:

Hinweis: Die Visualisierungen zeigen eine Sicht ohne das geplante Windrad auf Luzerner Boden.

Visualisierung vom Restaurant Rössli in Beinwil. (z.V.g.)Visualisierung vom Restaurant Rössli in Beinwil. (z.V.g.)
Visualisierung vom Hämikerberg in Hitzkirch. (z.V.g.)Visualisierung vom Hämikerberg in Hitzkirch. (z.V.g.)
Visualisierung Dorfeinfahrt Geltwil. (z.V.g.)Visualisierung Dorfeinfahrt Geltwil. (z.V.g.)
3 Bilder

Visualisierungen Windräder Lindenberg

Der genaue Anlagentyp steht seit Anfang Mai fest. Der ausgewählte Typ des Herstellers General Electric ist 229 Meter hoch, hat eine Leistung von 5,3 Megawatt und ist von neuster Technologie.

Viele verschiedene Interessen

Die genaue Positionierung war kompliziert, schreibt die Windpark Lindenberg AG in der Mitteilung. «Ausschlusskriterien wie Waldgebiete, Abstände zu bestehenden Richtstrahlkorridoren und Grundwasserschutzzonen um Quell- und Grundwasserfassungen schränken das Projektgebiet stark ein.» Sie führen eine ganze Liste von Interessen auf, die berücksichtigt werden mussten: «Bundesinteressen der militärischen Flugsicherung und der Meteo Schweiz, Lärmschutz sowie weitere Abwägungskriterien wie z.B. Sichtachsen von Siedlungen und Schattenwurf».

Gemeinde Beinwil soll 2021 abstimmen

Parallel zur rein technischen Planungsarbeit wurden Umweltdaten für die Umweltverträglichkeitsprüfung erhoben. Der Bericht daraus, inklusive Schutz-, Wiederherstellungs- und Ausgleichsmassnahmen, wird voraussichtlich im Herbst dem Kanton Aargau zur Genehmigung vorgelegt. «Obwohl die vier Anlagen auf Aargauer Boden geplant sind, erstreckt sich der Prüfperimeter auch auf Luzerner Boden», sagt David Gautschi von der Windpark Lindenberg AG. «Während diesem rund eineinhalb Jahre dauernden Prozess kann es noch zu Projektanpassungen kommen», so Gautschi.

Ab Herbst 2019 kann die Bevölkerung am Mitwirkungsverfahren teilnehmen, das von einer Ausstellung begleitet wird. Voraussichtlich im Frühling 2020 ist die Stellungnahme des Kantons zu den Umweltfragen zu erwarten, wonach das Projekt überarbeitet und nochmals vom Kanton geprüft wird. Danach kann der Antrag zur Nutzungsplanänderung an die Gemeinde Beinwil gestellt werden, die als Standortgemeinde das letzte Wort hat. «Nach jetzigem Planungsstand kann die Gemeindeabstimmung voraussichtlich Mitte 2021 erfolgen», hofft die Windpark Lindenberg AG.

Projekt Luzern abhängig vom Projekt Aargau

Für die Anlage auf dem Gebiet vom Kanton Luzern ist die Windenergie Lindenberg AG verantwortlich. Sie plant schon seit Januar 2007 eine Windenergieanlage auf Hitzkircher Boden. Projekt-Initiant Herbert Birrer sagt auf Anfrage: «Unsere Planung läuft parallel zu jener im Kanton Aargau. Wir machen nun ebenfalls Abklärungen zur Umweltverträglichkeit und warten danach auf die Antwort der Kantone.» Entscheidend dabei ist, dass die Anlage auf Luzerner Boden nur realisiert werden kann, wenn das Projekt auf Aargauer Seite zu Stande kommt. Die Bevölkerung der Gemeinde Hitzkirch sollte gemäss Fahrplan gegen Ende des Jahres 2021 über die Umzonung abstimmen können. Rebekka Renz, die zuständige CVP-Gemeinderätin von Hitzkirch, war am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (jwe)

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