Stapi war einer der grossen Stars

An der Fusion führte am Donnerstag beim Narrenlaufen kein Weg vorbei. Und auch die Lokalprominenz bekam ihr Fett weg.

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«Mit einem Erdbeben beginnen», wurde den Drehbuchautoren bei Metro-Goldwyn-Mayer eingeschärft, «und dann langsam steigern.» Das schien man sich auch beim Narrenlauf-Programm in der «Post-Bar» zu Herzen genommen zu haben: Der Auftakt der Diebetormtöibeler brachte die Wände zumindest schon mal kräftig ins Wanken. In Sachen Lautstärke konnte Nationalratskandidat Ruedi Rüedisühli (Liste 38) nicht mithalten. Doch seine Vorschläge für Wahlkampf-Frisurvariationen (von der Otto-Ineichen-Glatze bis hin zur Andrea-Hämmerle-Matte) hätten auch ohne Worte ihre Wirkung getan. Das Stichwort Frisur passte auch zum Abba-Auftritt der Fasnachtsmusig Sürpris. Föhnwelle und 70er-Jahre-Choreografie lassen grüssen.

Otto Ineichen erwies sich als dankbares Motiv. Als dasselbe kristallisierten sich auch Langzeit-Stapi Ruedi Amrein und Dauerkandidat (für welches Amt auch immer) Rainer Jacquemai heraus.

Welcher Fusionstyp sind Sie?

An den drei Namen kam auch die Elefantenkarawane nicht vorbei. «De Stapi hed si Stadt verchouft, de Stapi wott, dass öppis louft», sangen sie. «Di Fusion, die mos mer fiire – ou wenn mer si mos dörestiere.» Pimsel/Pämsel setzten ganz auf Fusion: Mit einem ausgeklügelten Test ermittelten sie die individuellen Fusionstypen. Wie sich herausstellte, interessierte am meisten, welchem Typ Schenkons Gemeindepräsident Patrick Ineichen und Oberkirchs Gemeindeamman Andreas Grüter entsprechen, die beide anwesend waren: Einer erwies sich denn auch prompt als Surseer.

Mit «Aut, müed – ond ohni Vision; scho dä Gedanke esch en gruus – Ruedi, Ruedi! Rue di doch mol uus» ernteten Big Five einen grossen Lacher. Ansonsten amüsierten sie sich vor allem selber köstlich über ihren Auftritt. Die wilde Horde Krieger der Blääiwörm Schänke fragten sich, wie man nach dem Aus des Sempischiffs von Nottwil nach Schenkon komme: Sie schmieden bereits Pläne für eine Hängebrücke.

Mit «Oje, oje: Em Jacquemai langts niene hee» brachten Frau Meier und Frau Müller die Spötteleien gegenüber diesem auf den Punkt. «Die Korporation wählt eben lieber eine Kindergärtnerin zu ihrer Präsidentin als eine Nervensäge», doppelten Hofnarr und Fröschli nach. Zu den Klängen des Titanic-Songs versenkten auch sie das Sempischiff: Wobei sie dies mit einer etwas gewagten Choreografie garnierten. Den fulminanten Schlusspunkt setzten schliesslich Gloriahüehner mit ihrer Schnitzelbank-Messe. Wobei es stilechter fast nicht geht: Weder Psalmengesänge noch Messglöckchen fehlten.

Regula Bättig / Neue LZ