STATISTIK: Es gibt immer weniger Sozialhilfebezüger

Im Jahr 2008 wurden im Kanton Luzern 8004 Personen mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt. Die Sozialhilfequote ging damit zum dritten Mal in Folge zurück.

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Sozialhilfequote nach Altersgruppen seit 2005. (Grafik Lustat Statistik Luzern)

Sozialhilfequote nach Altersgruppen seit 2005. (Grafik Lustat Statistik Luzern)

572 Personen weniger als im Vorjahr bezogen Sozialhilfeleistungen, wie Lustat Statistik Luzern mitteilt. Insgesamt wurden 2,2 Prozent der Luzerner Bevölkerung unterstützt (=Sozialhilfequote). Damit ist der Anteil der Personen mit Sozialhilfeleistungen zum dritten Mal in Folge gesunken. 2008 konnten die Sozialämter im Kanton Luzern insgesamt 2310 Sozialhilfedossiers schliessen, 384 mehr als im Vorjahr. Seit 2005 stieg die mittlere Bezugsdauer der abgeschlossenen Fälle von 10 auf 13 Monate. Im Gegenzug sank der Anteil der so genannten Langzeitbezüger erstmals, nachdem er von 61,4 Prozent im Jahr 2005 auf 66,6 Prozent der laufenden Fälle im Jahr 2007 kontinuierlich zugenommen hatte.

Anstieg bei den 56- bis 64-Jährigen
Obwohl die Sozialhilfequote der 18- bis 25-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr von 2,6 auf 2,4 Prozent gesunken ist, lag sie 2008 weiterhin über dem kantonalen Durchschnitt (2,2%). Demgegenüber zeichnete sich bei der Altersklasse der 56- bis 64-Jährigen trotz guter Konjunkturlage in den letzten Jahren keine Entspannung ab. Mit 1,7 Prozent der Personen in der späteren Erwerbsphase waren etwas mehr auf Sozialhilfe angewiesen als im Vorjahr (2007: 1,6%). Im Zuge der Anpassungen der Ergänzungsleistungen zur AHV/IV nach Inkrafttreten der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen per 1. Januar 2008 sind Rentner deutlich seltener auf Sozialhilfeleistungen angewiesen.

Alleinerziehende am meisten betroffen
Eine Scheidung erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Sozialhilfeabhängigkeit markant. 8,4 Prozent der geschiedenen Frauen und 5,7 Prozent der geschiedenen Männer bezogen Unterstützungsleistungen der Sozialhilfe. 1006 oder 17,2 Prozent aller Haushalte von Alleinerziehenden erhielten Sozialhilfeleistungen. Rund 1400 Kinderalimente wurden bevorschusst. Gut 1300 Personen waren 2008 zudem trotz Erwerbstätigkeit auf eine finanzielle Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen. Gegen 30 Prozent von ihnen waren vollzeiterwerbstätig, die grosse Mehrheit ging einer Teilzeiterwerbstätigkeit nach. Betroffen sind vor allem die Ballungsgebiete: In den sechs grössten Gemeinden des Kantons Luzern lebten im Jahr 2008 zwei Drittel aller von der Sozialhilfe unterstützten Personen.

scd