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STATISTIK: Gülle-Unfälle sind erstmals seit Jahren rückläufig

Die Zahl der Gewässerverschmutzungen ist im letzten Jahr deutlich gesunken. Gestiegen sind dafür die Verunreinigungen durch Baustellenabwasser. Nun setzt der Kanton bei der Umweltausbildung an.
Lukas Nussbaumer
Philipp Amrein, Fachleiter Jagd und Fischerei, mit toten Fischen. (Bild: Corinne Glanzmann (Ruswil, 21. Juli 2017))

Philipp Amrein, Fachleiter Jagd und Fischerei, mit toten Fischen. (Bild: Corinne Glanzmann (Ruswil, 21. Juli 2017))

So wenige Gewässerverschmutzungen wie 2017 hat es im Kanton Luzern in den letzten sieben Jahren nicht mehr gegeben. Gegenüber dem Rekordjahr 2016 gingen die der Polizei gemeldeten Fälle um 24 Prozent auf 62 zurück (siehe Tabelle). Die durchschnittliche Zahl der Gewässerverschmutzungen in den Jahren 2011 bis 2017 liegt bei 73.

Deutlich gesunken sind insbesondere die Verunreinigungen durch Gülle. 1990 etwa lag diese Zahl noch bei 56 – und war damit mehr als dreieinhalb Mal so hoch wie 2017. Das führt die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) auf die langjährigen Bemühungen der Bauern zur Vermeidung von Gülleunfällen zurück. So hat der Luzerner Bauernverband im letzten Frühjahr alle Landwirte mit einem Kleber «ufpasse bim Gülle» angeschrieben, um sie beim Ausbringen von Hofdünger zur Vorsicht zu mahnen. Dies passierte nicht zum ersten Mal, wie Fritz Birrer von der Lawa sagt: «Die Bauern werden regelmässig mit Beiträgen in der Fachpresse oder in unserem Newsletter informiert.» Mitverantwortlich für weniger Gülleunfälle seien aber auch Kontrollen von Gülleanlagen. Diese hätten dazu geführt, dass rund 350 Bodenleitungen ersetzt worden seien.

Bussen für Sünder und weniger Direktzahlungen

Beigetragen zur tiefen Zahl der Gülleunfalle haben jedoch auch die guten Witterungsbedingungen, sagt Fritz Birrer. Das heisst: Es gab keine langen Nässeperioden, die Bauern hatten also genug Zeit, ihre Gülle auszubringen.

Wem eine Verschmutzung nachgewiesen werden kann, muss mit Bussen bis zu 3000 Franken und der Kürzung von Direktzahlungen rechnen. Höhere ­Bussen sind laut Birrer derzeit kein ­Thema.

Markus Fischer, der Präsident des Fischereiverbands des Kantons Luzern, freut sich über die rückläufige Zahl der Ge­wässerverschmutzungen. «Die Kampagne bei den Bauern vom letzten Frühjahr zeigt Früchte», glaubt Fischer. Er verweist allerdings wie die Dienststelle Landwirtschaft und Wald auf die guten Witterungsbedingungen im vergangenen Jahr. «Gibt es wieder einmal einen langen Winter, schlägt das Pendel schnell in die andere Richtung aus.» Die Bemühungen zur Vermeidung von Verunreinigungen – diese führten im letzten Jahr 13-mal zu Fischsterben – seien deshalb fortzu­setzen. Das grösste Fischsterben passierte Ende Juli in Ruswil. ­Damals verendeten über 7000 Fische. Warum, konnte nicht ermittelt werden.

Monitoring über ­Baustellenkontrollen?

2017 zählte die Polizei nicht nur weniger Gülleunfälle, sondern auch mehr durch Baustellenabwasser verursachte Verschmutzungen. Die Dienststelle Umwelt und Energie führt dies auf intensive Bautätigkeit und mangelnde Sorgfalt zurück. Sie unterstützt deshalb die Baumeister bei der Umweltausbildung von Bau­fachleuten. Das begrüsst Markus Fischer, weil sich die Situation auf Baustellen in den letzten Jahren nicht wesentlich verbessert habe. Ausserdem wurde eine Plakat­aktion lanciert, mit der auf Baustellen auf Umweltgefährdungen aufmerksam gemacht wird. Die Dienststelle prüft zudem ein ­Monitoring über die Baustellenkontrollen der Gemeinden.

Lukas Nussbaumer

lukas.nussbaumer@luzernerzeitung.ch

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