Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

STATISTIK: Im Kanton Luzern lebt es sich immer sicherer

Im Kanton Luzern sind die Zahlen an erfassten Straftaten nach Strafgesetzbuch mehrheitlich rückläufig. Es gibt weniger Verkehrsunfälle und die Zahl der Verkehrstoten ist gesunken. Das sind die Hauptmerkmale der Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik 2016.
Bei diesem spektakulären Unfall auf der A14 bei Root blieb der Fahrer glücklicherweise unverletzt.

Bei diesem spektakulären Unfall auf der A14 bei Root blieb der Fahrer glücklicherweise unverletzt.

Wacher Blick, laute Stimme, gefasstes Auftreten: Als Polizeikommandant Adi Achermann gestern Vormittag die Kriminal- und Verkehrsstatistik der Luzerner Polizei vorstellte, ist ihm der gute Geschäftsgang anzumerken. «Wir ziehen eine positive Bilanz.» Dann lässt er Zahlen sprechen: Im Jahr 2016 verzeichnete die Polizei über alle Deliktsbereiche 24 680 Straftaten. 2015 waren es noch 26 731 Fälle gewesen – also 2051 oder 8,3 Prozent weniger. Diese Zahlen korrespondieren mit der landesweiten Statistik: Denn in der gesamten Schweiz sank die Zahl der Strafdelikte ebenfalls – um 4,1 Prozent (wir berichteten).

Der Grossteil der Luzerner Straftaten entfiel auf Delikte gegen das Strafgesetz: Insgesamt wurden 18 771 Taten gezählt – darunter Vergehen wie Diebstahl, Körperverletzung und Tötungsdelikte. Mit Letzterem war die Luzerner Polizei 2016 nur einmal konfrontiert: In Littau erstach ein Portugiese seine Frau (wir berichteten).

Von allen 18 771 Delikten gegen das Strafgesetzbuch wurden 35,5 Prozent aufgeklärt – das ist Rekord: «Diese ausserordentlich hohe Aufklärungsrate freut uns sehr», sagte der Chef der Kriminalpolizei, Daniel Bussmann.

Weniger Einbrüche als im Vorjahr

Der Kanton wurde also sicherer – erneut. Seit 2013 sind die Zahlen rückläufig (siehe Grafik). So verzeichnete die Luzerner Polizei 2016 zum Beispiel einen Rückgang bei den Einbruchsdiebstählen: Waren es 2015 noch 1844, sank die Zahl im letzten Jahr auf 1542. Kripo-Chef Bussmann mahnte aber zur Vorsicht: «Bei diesen Delikten kann die Zahl unvermittelt stark steigen.» Woran diese Volatilität liege, sei schwierig auszumachen. Ein Phänomen sprach er allerdings explizit an: den Kriminaltourismus. Sobald eine Einbrecherbande in der Region zu Gange sei, steige die Zahl der Delikte. Das zeigte sich zwischen den Jahren 2012 und 2013. Damals verzeichneten die Behörden einen Anstieg von 1911 auf 2546 Fälle. Das Gros der Einbrüche ereignete sich in der Stadt Luzern, der Agglomeration sowie entlang der Autobahnen A2 und A14. Ein ähnliches Bild bei den Raubdelikten: Von den 70 Straftaten wurden die meisten in der Stadt Luzern verübt. Die beiden weiteren Hotspots waren die Ortschaften Sursee und Hochdorf. Der Deliktsbereich Raub war einer der wenigen, der 2016 anstieg: Im Jahr 2015 waren 64 Straftaten verzeichnet worden.

Die Einbruchsdiebstähle schlagen sich auch in der Erhebung der allgemeinen Vermögensdelikte nieder. Diese sind 2016 um 11 Prozent gesunken: von 14 347 auf 12 828. Allerdings stellt dieser Bereich die Polizei in Zukunft vor Herausforderungen. Kommandant Achermann dazu: «Vermögensdelikte werden immer komplexer und bringen einen hohen Ermittlungsaufwand mit sich.» Die Luzerner Polizei habe aber aufgrund des Spardrucks zu wenig Personal. «Daher sind wir nicht immer in der Lage, diesen hohen Ermittlungsbedarf zu meistern», so Achermann. Im Bereich der Delikte gegen das Betäubungsmittelgesetz sieht es ähnlich aus. Laut Daniel Bussmann dient der Kanton je länger desto mehr als Drehscheibe im internationalen Drogenhandel. Und dies, obwohl 2016 insgesamt 372 Delikte weniger verzeichnet wurden (2015: 2 936). «Bei den Betäubungsmitteldelikten», so Bussmann, «fehlen uns die Ressourcen, um allen Hinweisen immer zeitgerecht nachgehen zu können.»

«Unsere Prävention funktioniert»

Auch die Verkehrsstatistik zeichnet ein erfreuliches Bild. Die Zahl der Unfälle sank von 2334 auf 2 097. Verkehrstote gab es ebenfalls weniger: Zehn Personen starben bei einem Verkehrsunfall. Im Jahr zuvor waren es noch 15 gewesen. Zudem verzeichnete die Polizei keine Todesopfer bei den verunfallten Fussgängern. Der Chef der Verkehrspolizei, Daniel Orthaber, hob überdies heraus, dass unter den schwer- oder erheblich verletzten Fussgängern keine Kinder waren. «Das zeigt, dass unsere Prävention funktioniert, die Massnahmen greifen.»

Bei den Unfallgruppen schwingen Schleuder- und Selbstunfälle obenaus. An zweiter Stelle liegen Unfälle beim Parkieren, gefolgt von Auffahrunfällen. Die Hauptursache eines Verkehrsunfalls ist weiterhin das Nichteinhalten von Verkehrsregeln. Auf dem zweiten Rang steht ein direkter Einfluss auf den Lenker – also zum Beispiel Unaufmerksamkeit oder schlechte Sicht.

Polizei-Reorganisation ist jetzt abgeschlossen

«Wir haben die Ziele fristgerecht erreicht», sagte gestern Polizeikommandant Adi Achermann und gab bekannt, dass die Reorganisation des Korps nun abgeschlossen ist. Die Reorganisation war eine Folge der Polizeikrise von 2013. Unter anderem wurden die Sicherheitspolizeien Stadt und Land zu einer Uniformpolizei zusammengefasst. Diese ist dem Bereich Sicherheits- und Verkehrspolizei untergeordnet – genauso wie die neu geschaffene sogenannte Haftleitstelle, welche die verschiedenen Haftanordnungen und -arten koordiniert.

Was die Verantwortlichkeiten der Polizeiführung betrifft, bleibt vorerst alles beim Alten – also bei der von Justizdirektor Paul Winiker nach der fatal verlaufenen Hanfrazzia von Malters verfügten vorsorglichen Massnahme: Demnach dürfen Polizeikommandant Adi Achermann und Kripo-Chef Daniel Bussmann keine heiklen Einsätze mehr leiten, bis ein rechtskräftiger Gerichtsentscheid über die damalige Mitverantwortung der Kader vorliegt. «Die Massnahme bewährt sich», bilanzierte Winiker gestern. Alle Verantwortlichen würden mit der Situation professionell umgehen, «auch wenn sie für das ganze Korps eine grosse Belastung ist». Der Termin vor dem Krienser Bezirksgericht steht noch nicht fest. (avd)

Kilian Küttel
kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

Informierten am Mittwoch über die Kriminalitätsstatistik 2016: Adi Achermann, Kommandant der Luzerner Polizei (links) und Daniel Bussmann, Chef der Kriminalpolizei. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 29. März 2017))

Informierten am Mittwoch über die Kriminalitätsstatistik 2016: Adi Achermann, Kommandant der Luzerner Polizei (links) und Daniel Bussmann, Chef der Kriminalpolizei. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 29. März 2017))

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.