STATISTIK: Jungen Erwachsenen geht es besser

Erstmals ist die Sozialhilfequote bei 18- bis 25-Jährigen tiefer als jene der gesamten Bevölkerung. Elternschaft gilt in dieser Altersklasse als besonders grosses Risiko, in die Sozialhilfe zu rutschen.

Susanne Balli
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Sozialdienste begleiten junge Menschen vom Schulalltag ins Berufsleben – ein Übergang, der mit Risiken behaftet ist. (Symbolbild: Pius Amrein)

Sozialdienste begleiten junge Menschen vom Schulalltag ins Berufsleben – ein Übergang, der mit Risiken behaftet ist. (Symbolbild: Pius Amrein)

Susanne Balli

susanne.balli@luzernerzeitung.ch

Die Sozialhilfequote junger Erwachsener im Kanton Luzern lag 2015 erstmals tiefer als jene der Gesamtbevölkerung. In der Altersklasse von 18 bis 25 Jahren bezogen 1,9 Prozent – insgesamt 800 Personen – Sozialhilfe. Die Sozialhilfequote der Gesamtbevölkerung im Kanton Luzern liegt bei 2,2 Prozent (siehe Grafik). Diese Quote hat sich gegenüber dem Vorjahr 2014 nicht verändert, wie Lustat Statistik mitteilt. 2015 bezogen 8607 Personen wirtschaftliche Sozialhilfe.

In anderen Kantonen liegt die Sozialhilfequote bei den 18- bis 25-Jährigen meist deutlich höher als jene der Gesamtbevölkerung. Edith Lang, Leiterin der kantonalen Dienststelle Soziales und Gesellschaft, führt diesen Umstand auf mehrere Faktoren zurück: «Positiv wirken sich in Luzern die Integrationsmassnahmen in den Bereichen Bildung und Wirtschaft für junge Menschen in den Arbeitsmarkt aus.» Weiter würden starke Anstrengungen bei den Sozialdiensten unternommen, um junge Personen in den risikobehafteten Übergangsphasen der obligatorischen Schulzeit ins Berufsleben zu fördern. «In diesen Phasen werden junge Menschen begleitet, gefördert, aber auch gefordert», sagt Lang.

Hohe Bereitschaft der Betriebe zur Ausbildung

Gemäss dem Bulletin «Lustat aktuell» erklärt auch das Lehrstellenangebot in Luzern die kantonalen Unterschiede. Die Ausbildungsbereitschaft der Luzerner Betriebe liege deutlich über dem Schweizer Durchschnitt (Lernendenquote Luzern, 2012: 7 Prozent; Schweiz: 5 Prozent). Und der Anteil der frühzeitigen Schulabgänger sei in den letzten Jahren im Kanton Luzern kontinuierlich auf 5 Prozent gesunken.

Bei den 18- bis 25-Jährigen bedeutet unter anderem eine frühe Elternschaft ein Armutsrisiko. 14,8 Prozent der jungen erwachsenen Sozialhilfebezüger im Jahr 2015 sind Eltern. Edith Lang verweist hier auf die Schwierigkeit, Erziehungsaufgaben und Ausbildung oder Erwerbstätigkeit zu vereinbaren.

Generell weisen gemäss Lustat Statistik Alleinerziehende und ihre Kinder ein deutlich höheres Risiko auf, Sozialhilfe zu beziehen (siehe Kasten).

Bei den Sozialhilfe beziehenden jungen Erwachsenen im Jahr 2015 befanden sich 23,1 Prozent in einer beruflichen Ausbildung oder einem Studium.

Bild: Grafik Isi

Bild: Grafik Isi