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STATISTIK: Knappe Ressourcen schränkten Arbeit der Luzerner Polizei ein

2017 war für die Luzerner Polizei ein belastendes Jahr. Die Polizeispitze stand wegen eines Einsatzes in Malters vor Gericht, der budgetlose Zustand des Kantons schränkte die polizeilichen Tätigkeiten ein. 2019 soll das Korps aufgestockt werden.
Eine Sexarbeiterin auf dem Strassenstrich. (Symbolbild Jean-Christophe Bott/Keystone)

Eine Sexarbeiterin auf dem Strassenstrich. (Symbolbild Jean-Christophe Bott/Keystone)

Durch den neunmonatigen budgetlosen Zustand des Kantons wurde das Polizeikorps gezwungen, Überstunden im Wert von 1,45 Millionen Franken abzubauen, was pro Mitarbeiter einer Ferienwoche entsprach. Der Mehrarbeitssaldo des Korps sei von 43'081 Stunden auf 11'150 Stunden gesenkt worden, sagte Polizeikommandant Adi Achermann am Mittwoch den Medien.

Dies wirkte sich auf die polizeilichen Tätigkeiten aus. Die Patrouillendichte wurde reduziert, Polizeiposten waren an Wochenenden nicht besetzt. Im Schnitt sei die Polizei in der zweiten Jahreshälfte pro Monat 200 Mal nicht ausgerückt, erklärte Achermann.

Tiefe Polizeidichte

Die Polizeidichte im Kanton Luzern ist vergleichsweise tief. 2017 war ein Luzerner Polizist für 604 Einwohner zuständig, rund 150 mehr als der Schweizer Durchschnittspolizist. Achermann rechnet damit, dass schon im laufenden Jahr die Anzahl Einwohner pro Polizist im Kanton Luzern auf 620 steigen werde.

Justiz- und Sicherheitsdirektor Paul Winiker sprach ebenfalls von einem «schwierigen Jahr». Die Luzerner Polizei habe die Herausforderungen aber gut gemeistert, sagte er.

Winiker geht mit Achermann einig, dass die Polizeidichte im Kanton Luzern zu tief sei. Vor allem bei der Prävention seien die Ressourcen zu tief, sagte er. Die Bevölkerungszahl wachse von Jahr zu Jahr, und die Aufgaben der Polizei nähmen zu. 2019 solle deswegen das Polizeikorps aufgestockt werden.

2017 mussten sich zudem Polizeikommandant Adi Achermann und Kripo-Chef Daniel Bussmann vor dem Bezirksgericht Kriens wegen eines Polizeieinsatzes 2016 verantworten. Dieser endete mit dem Suizid einer Frau. Erstinstanzlich wurden die Beschuldigten freigesprochen. Alles andere wäre für die Polizeiarbeit fatal gewesen, schreibt der Polizeikommandant im Geschäftsbericht 2017 der Luzerner Polizei.

Strafanzeigen gegen Polizisten wurden 2017 in 24 Fällen mit 47 betroffenen Mitarbeitern eingereicht. Mit Ausnahme einer Verkehrsbusse sei es zu keiner einzigen Verurteilung gekommen, sagte Achermann.

Mehr Verkehrsunfälle

Die Luzerner Polizei registrierte 2017 mehr Verkehrsunfälle als 2016 (2205 gegenüber 2097). Die Zahl der Verkehrstoten stieg von zehn auf 13. Fünf davon seien Fussgänger gewesen, sagte Pius Ludin, Chef der Sicherheits- und Verkehrspolizei. Ein Opfer sei ein fünfjähriges Kind mit einem Kindervelo gewesen, drei Opfer seien Senioren gewesen.

Die Zahl von Anzeigen nach Kontrollen und Unfällen von alkoholisierten Lenkern ging von 801 auf 467 zurück. Dies sei auf die Prävention zurückzuführen, aber auch darauf, dass weniger Kontrollen gemacht worden seien, sagte Ludin.

Stabile Kriminalitätslage

Die von der Kriminalitätslage ist 2017 stabil und im Rahmen der statistischen Schwankungen geblieben. Kripochef Busmmann sagte, die Zahl der erfassten Straftaten sei von 18'771 im 2016 auf 18'715 gesunken.

Die Bilanz bei den Gewaltdelikten bezeichnete Bussmann als durchzogen. Die Zahl der vollendeten Tötungsdelikte stieg von 1 auf 3, die der versuchten von sank von 10 auf 8. Die Zahl schwerer Körperverletzungen ging von 14 auf 10 zurück. Zunahmen gab es bei Straftaten gegen die sexuelle Integrität, bei den Delikten gegen die öffentliche Gewalt und bei häuslicher Gewalt.

Beim Menschenhandel stieg die Zahl registrierter Fälle von 1 auf 26. Der Grund für die grosse Zunahme liegt laut Bussmann darin, dass 2015 begonnene Ermittlungen erst 2017 rapportiert wurden. Regierungsrat Winiker kündigte eine Revision des Gewerbepolizeirechts an, damit Sexbetriebe von der Polizei leichter kontrolliert werden können. Bislang hatte sich das Kantonsparlament gegen stärkere Regulierungen des Sexgewerbes ausgesprochen. (sda)

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