Statistik
Luzerns Strassen sind so sicher wie nie zuvor – ausser für Rentner

Letztes Jahr ist es zu so wenigen Verkehrsunfällen gekommen wie seit 40 Jahren nicht mehr. Dennoch hat sich ein unerfreulicher Trend erneut bestätigt: Rentner bauen immer mehr Unfälle.

Chiara Z'Graggen
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Die Unfälle mit E-Bikes im Strassenverkehr haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Die Unfälle mit E-Bikes im Strassenverkehr haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Bild: Roger Grütter

2020 sind auf den Luzerner Strassen 2025 Verkehrsunfälle geschehen, das sind durchschnittlich 5,5 pro Tag. Das sind so wenige wie seit Beginn der Neunziger nicht mehr. Im Zeitraum von 1995–2020 gab es gar eine Abnahme der Fälle um rund 43 Prozent. Gemäss einem Bericht von Lustat Statistik Luzern bildet das letzte Jahr einen neuen Tiefstand.

Im Rahmen von Verkehrsunfällen wurden insgesamt 1176 Personen verletzt; 933 davon leicht, 230 schwer, 13 Personen verstarben in der Folge. Eine Zahl sticht hierbei heraus: Von den Verletzten waren 194 Personen älter als 65 Jahre alt – so viele waren es trotz mehr Unfällen im Zeitraum von 28 Jahren nicht. Bei etwas weniger als der Hälfte der Unfälle (1068) entstanden allein Sachschäden.

Die meisten Unfälle geschehen im Feierabendverkehr

Auch wenn die Anzahl Unfälle stark rückgängig ist, bleibt die Verteilung der Unfallorte relativ stabil: Gut zwei Drittel geschehen innerorts und knapp ein Drittel ausserorts oder auf der Autobahn.

Darüber hinaus ist es am gefährlichsten, zwischen 17 und 18 Uhr auf den Luzerner Strassen unterwegs zu sein. Doch was sind die häufigsten Unfallursachen? Statistisch gesehen ist die Antwort darauf klar: Laut Lustat liegt bei über 80 Prozent der Verkehrsunfälle das Verhalten oder der Zustand der lenkenden Person zugrunde. Elf Prozent der Unfallursachen bleiben unbekannt. Interessant: Vergleichsweise selten ist ein defektes Fahrzeug, die Infrastruktur oder äussere Einflüsse die Ursache für einen Unfall.

Auch 2020 geht der Trend weiter

Im vergangenen Jahr sind 65 Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre im Strassenverkehr verunfallt, das sind neun weniger als 2019. Zugenommen hat die Anzahl von Rentnerinnen und Rentnern: 24 Personen mehr wurden Opfer im Strassenverkehr, genauer 194. In beiden Entwicklungen widerspiegelt sich ein langfristiger Trend. Lustat sieht einerseits einen Grund in der demografisch bedingten Zunahme der älteren Bevölkerung. Andererseits würden ältere Menschen zunehmend länger fit und mobil bleiben und «bevölkern den Strassenverkehr dadurch stärker als früher.»

Während Kinder und Jugendliche meist als Autoinsassen (23) oder Fussgänger (18) verunfallten, verunfallen fast so viele Rentner mit dem
E-Bike (51) wie mit dem Auto (55, 40 als Lenker).

Diese Tipps gibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung E-Bikern:

  • Defensiv und vorausschauend fahren
  • Längerer Bremsweg einrechnen
  • Sich sichtbar machen – auch am Tag
  • Velohelm tragen
  • Beim Kauf: E-Bike mit passender Tretunterstützung und ABS wählen

E-Bikes werden erst seit 2011 statistisch erfasst. Diese werden in der Bevölkerung immer mehr benützt – was sich auch in der Unfallstatistik zeigt: In den vergangenen fünf Jahren ist die Anzahl Zahl Unfälle um das dreifache angestiegen. Im Vergleich zum vorigen Jahr nahmen 2020 Unfälle im Zusammenhang mit E-Bikes um 74,1 Prozent zu. Die Zahl der registrierten E-Bikes, die eine Nummer benötigen, stieg zwischen 2015 und 2020 um 92 Prozent.