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STATISTIK: Senioren ziehts nach Weggis

Der höchste Anteil an Pensionären gibt es in Weggis und Meggen. 24 Prozent der Bewohner sind über 65-jährig. Statt über hohe Pflegekosten zu jammern, sehen die Gemeinden die Situation positiv.
Gabriela Jordan
Unterwegs in Weggis: Oskar Macchi, 91-jährig, ist mit seinen Enkeln Louis (12, links) und Julius (9) auf einem Spaziergang. (Bild Pius Amrein)

Unterwegs in Weggis: Oskar Macchi, 91-jährig, ist mit seinen Enkeln Louis (12, links) und Julius (9) auf einem Spaziergang. (Bild Pius Amrein)

Gabriela Jordan

Erst kürzlich hat der Kanton Luzern seinen 400 000. Einwohner gefeiert. Schaut man die Statistik genauer an, so wird rasch klar: Die Luzerner Bevölkerung wächst nicht nur, sondern wird auch immer älter. Im Jahr 2000 waren noch 14,7 Prozent aller Einwohner 65-jährig oder älter. Anfang 2015 waren es bereits 16,8 Prozent, wie die Zahlen der Lustat Statistik Luzern zeigen.

Den höchsten Anteil an über 65-Jährigen gibt es in Weggis. Im Jahr 2015 lag der Anteil der Pensionäre, gemessen an der gesamten Einwohnerzahl, bei 24,4 Prozent. Konkret: Von den 4340 Einwohnern sind rund 1060 über 65-jährig. Den zweithöchsten Anteil hat mit 24 Prozent die Gemeinde Meggen. An dritter und vierter Stelle stehen Horw (21,3 Prozent) und Vitznau (21,2 Prozent).

Die Dörfer mit den meisten Senioren im Kanton Luzern (höchster Anteil an über 65-Jährigen): Platz 5, Kriens, 20,4 Prozent. (Bild: Corinne Glanzmann)
Platz 4, Vitznau, 21,2 Prozent (Bild: Pius Amrein)
Platz 3, Horw, 21,3 Prozent. (Bild: Dominik Wunderli(Neue LZ))
Platz 2, Meggen, 24,0 Prozent. (Bild: Roger Grütter)
Platz 1, Weggis, 24,4 Prozent. (Bild: Pius Amrein)
Die Dörfer mit den meisten Jungen (höchster Anteil an unter 19-Jährigen): Platz 5, Buttisholz, Ebersecken (Bild), Fischbach, 26,9 Prozent. (Bild: Pius Amrein)
Platz 4, Schongau, 27,0 Prozent. (Bild: Leser Peter Hornstein)
Platz 3, Altwis, 28,5 Prozent. (Bild: Pius Amrein)
Platz 2, Schlierbach, 28,9 Prozent. (Bild: PD)
Platz 1, Doppleschwand, 29,2 Prozent. (Bild: PD)
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Die Dörfer mit den meisten Senioren und den meisten Jungen

Junge Zuzüger bleiben aus

Interessant ist die Situation in Adligenswil: Hier hat der Anstieg der über 65-Jährigen in den letzten Jahren besonders stark zugenommen. Vor zehn Jahren waren noch 9,9 Prozent der Adligenswiler über 65 Jahre alt, Anfang 2015 waren es bereits 18,2 Prozent. Von den knapp 5400 Einwohnern sind somit fast 980 im Pensionsalter.

Pascal Ludin, Sozialvorsteher von Adligenswil, erklärt: «Vor allem in den 70er- und den 80er-Jahren zogen viele Familien in unsere Gemeinde. Die damals zugezogenen Eheleute sind heute im Rentenalter, und Zuzüger bleiben aus.» Adligenswil zähle zu den typischen Agglomerationsgemeinden, die damals einen Bevölkerungsboom erlebten. Ludin ergänzt: «Wir haben heute das Problem, dass unsere Baulandreserven aufgebraucht sind.» Der Platz für neue Wohnungen fehle zurzeit. Das soll sich nun ändern. Adligenswil will wieder vermehrt Familien anlocken – mit raumplanerischen Massnahmen. Die Gemeinde wollte Bauland einzonen, doch wegen Einsprachen liegt das Dossier seit über einem Jahr beim Bundesgericht. «Wenn diese Einzonung nicht gelingt, wäre das für unsere Gemeinde katastrophal», gibt Ludin zu bedenken.

Die Tatsache, dass Adligenswil einen wachsenden Anteil an älteren Menschen hat, sieht Ludin als Herausforderung. Vor allem mit Blick auf die Pflegekosten und die Betreuung. Ludin verweist auf das geplante Alters- und Gesundheitszentrum mit 56 stationären Plätzen und 46 Alterswohnungen. Mit dem Bau soll noch in diesem Herbst begonnen werden. Somit sei die Gemeinde mittelfristig gut auf Kurs, sagt Ludin.

Senioren beleben das Dorf

Weggis ist eine Gemeinde, die schon länger einen hohen Anteil an Senioren hat. So waren in Weggis bereits vor zehn Jahren 21,4 Prozent der Bevölkerung über 65-jährig, nur gerade 3 Prozent weniger als heute. Auf Anfrage äussert sich der Weggiser Gemeindepräsident Kaspar Widmer positiv zur Altersstruktur: «Senioren sind heute oft vitale und dynamische Leute. Sie engagieren sich auch gerne im Dorf», sagt Widmer. «Nach Weggis ziehen viele ältere Menschen, die ihren dritten Lebensabschnitt in unserem schönen Ort verbringen möchten und die es sich auch leisten wollen.»

Für die Gemeinde Weggis sind wohlhabende Rentner auch im Hinblick auf die Steuereinnahmen vorteilhaft. «Das ist für uns sicher ein positiver Nebeneffekt, aber für die Gemeinde ist ein guter Mix der Generationen ebenso wichtig», sagt Widmer.

Warum besonders die Seegemeinden Senioren anziehen, dafür gibt es laut Jürg Lauber, Sprecher der Pro Senectute des Kantons Luzern, mehrere Erklärungen. Ein Grund sei der tiefe Steuerfuss. Die Gemeinden würden sich um die älteren Menschen gut kümmern und eine gute Infrastruktur bieten. Ein wichtiger Faktor sei für Senioren auch die Lebensqualität – mit der attraktiven und ruhigen Lage am See, viel Sonnenschein und wenig Verkehr.

Engagiert in der Freiwilligenarbeit

Auch Meggen profitiere von älteren Menschen. Dies sagt der Megger Gemeindepräsident Urs Brücker. «Pensionäre bringen sich oft aktiv in die Gemeinde ein», sagt er. Als Beispiel nennt er die beiden Frauenvereine Meggen und die Alterskommission der Gemeinde. Diese bieten dank vielen Freiwilligen diverse Kurse und Veranstaltungen an.

Dass eine Gesellschaft mit vielen Senioren die Gemeinden vor neue Aufgaben stellt, bestätigt Brücker ebenfalls. Meggen ist nicht nur die Gemeinde mit dem zweithöchsten Anteil an über 65-Jährigen, sie steht auch bei den über 90-Jährigen (1,3 Prozent) an zweiter Stelle. Höher ist nur noch Romoos mit 1,4 Prozent.

Brücker sagt auch: «Es gibt natürlich nicht nur Vorteile, wenn mehr ältere Menschen bei uns leben.» Wie auch in Adligenswil versucht die Gemeinde Meggen, mit Wohnungsbau Familien und jüngere Einwohner zu gewinnen. «Im Moment werden einige Überbauungen realisiert.» Mit genügend Plätzen im Pflegeheim ist Meggen dem Gemeindepräsidenten zufolge auch für pflegebedürftige ältere Einwohner vorbereitet. Gleich neben dem Seniorenzentrum Sunneziel entstehen neue Alterswohnungen, die demnächst bezugsbereit sein werden.

Junge bleiben ihrem Dorf treu

Es gibt aber auch Gemeinden im Kanton Luzern, in denen der Zuwachs von jungen Leuten gross ist. Die jüngste Gemeinde ist gemäss Lustat die Gemeinde Doppleschwand im Entlebuch. Anfang 2015 waren dort 29,2 Prozent der Bevölkerung unter 19-jährig. Ein Jahr davor waren es sogar 30,3 Prozent. Viele Kinder und Jugendliche gibt es auch in Schlierbach, nämlich 28,9 Prozent im Jahr 2015. An dritter Stelle folgt Altwis mit 28,5 Prozent. Den tiefsten Anteil unter 19-Jähriger weist übrigens die Gemeinde Weggis auf: Hier sind es 16,5 Prozent.

In Doppleschwand ist in den letzten Jahren viel gebaut worden, eingezogen sind in die Häuser junge Familien. «Und weil heute viele Familien in unserem Dorf wohnen, macht uns das auch attraktiv für weitere junge Leute», sagt Franz Heer, Gemeindepräsident von Doppleschwand. Ausserdem zeige sich, dass viele Junge eng mit der Gemeinde verbunden seien und deshalb nicht abwandern würden.

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