STATISTIK: Sinkende Steuerfüsse, gestiegene Steuerkraft

Erneut senken viele Luzerner Gemeinden die Steuerfüsse, während die Steuerkraft weiter angestiegen ist. Beide Entwicklungen halten seit Jahren an, haben sich zuletzt aber abgeschwächt.

Drucken
Teilen
Blick von oben auf Luzern und Umgebung. (Bild Christian Perret/Luzern Tourismus)

Blick von oben auf Luzern und Umgebung. (Bild Christian Perret/Luzern Tourismus)

24 Luzerner Gemeinden haben für das Jahr 2009 Steuersenkungen beschlossen, in zwei Gemeinden kommt es zu Erhöhungen, 62 Gemeinden belassen die Ansätze unverändert, wie Lustat Statistik Luzern mitteilt.

Meggen bleibt Steuerparadies
Die Dynamik sinkender Steuerfüsse hält im Kanton Luzern trotz schwieriger Wirtschaftslage an, nimmt im Vorjahresvergleich aber ab. Im Jahr 2008 hatten bei sechs Erhöhungen 44 Gemeinden die Steuerfüsse gesenkt. Am grössten sind 2009 die Reduktionen in Schlierbach (-0,22 Einheiten), Schongau und Schötz (beide -0,20 Einheiten). Die steuergünstigste Gemeinde im Kanton bleibt Meggen (0,92 Einheiten), gefolgt von den beiden am Sempachersee gelegenen Nachbargemeinden Eich und Schenkon (1,30) und der Luzerner Rigigemeinde Weggis (1,40).

Teurerer westlicher Kantonsteil
Stark ausgeprägt bleiben die regionalen Unterschiede, wie es weiter heisst: Im Westen des Kantons sind die Steuerfüsse im Durchschnitt deutlich höher als im Norden oder in der Nähe der Stadt Luzern. Seit 2003 zeigen sich bei der Verteilung von Gemeinden und Bevölkerung auf verschiedene Steuerfussklassen aber starke Verschiebungen. Während damals noch 63 Gemeinden mit fast 89'000 Einwohnern den höchsten Steuerfuss von 2,40 Einheiten erhoben, sind es heute nur noch acht Gemeinden mit einer Bevölkerung von gut 10'000 Personen. Die zahlreichen Steuersenkungen hatten zur Folge, dass sich der Anteil der Bevölkerung in der Steuerfussklasse unter 2,00 Einheiten seither fast verdoppelt hat.

Steuerkraft durchschnittlich 1591 Franken
Im Jahr 2008 stieg die Steuerkraft im Kanton Luzern erneut an. Die absolute Steuerkraft (Steuerertrag einer Einheit) betrug 585,2 Millionen Franken, gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um 2,4 Prozent und gegenüber 2003 um 16,2 Prozent. Der Anteil der Gemeinden an diesen Ressourcen unterscheidet sich äusserst stark, da die einkommensstarken und vermögenden Personen wie auch die Standorte der Unternehmen ungleichmässig über das Kantonsgebiet verteilt sind. Im Gemeindevergleich reicht die Spannbreite der Steuerkraft pro Einwohner von 553 (Romoos) bis 4513 Franken (Meggen). Allerdings befindet sich nur ein Viertel der Gemeinden ausserhalb einer Bandbreite von 900 bis 1700 Franken, darunter die Stadt Luzern (2354 Fr.). Das kantonale Mittel beträgt 1591 Franken.

scd