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STATISTIK: Wo die Luzerner arbeiten – und wohnen

Greppen und Udligenswil haben prozentual betrachtet am wenigsten Arbeitsplätze aller Luzerner Gemeinden. Ein «Schlafdorf» zu sein, hat aber auch Vorteile.
Lukas Nussbaumer
Die Gemeinden mit der tiefsten und der höchsten Beschäftigungsdichte: Blick auf Baustelle in Greppen (oben) und Industriegebäude in Sursee. (Bilder Pius Amrein)

Die Gemeinden mit der tiefsten und der höchsten Beschäftigungsdichte: Blick auf Baustelle in Greppen (oben) und Industriegebäude in Sursee. (Bilder Pius Amrein)

Lukas Nussbaumer

Der Begriff «Schlafdorf» sei so negativ behaftet, lieber rede sie von einem «Ort, wo man gerne wohnt». Das soll laut Claudia Bernasconi, seit 2012 Gemeindepräsidentin des 1000-Seelen-Dorfs Greppen, auch so bleiben: «Wir haben keine Flächen, auf denen sich Industrie- oder Gewerbebetriebe ansiedeln könnten.» Unglücklich sind CVP-Politikerin Bernasconi und SVP-Gemeindeammann Franz Gisler mit diesem ­Zustand nicht. «Wir sind praktisch unabhängig von der Höhe der Firmensteuern», sagt Gisler.

Trotz gesunder Gemeindefinanzen und einem moderaten Steuerfuss von 1,95 Einheiten: In Greppen gibt es weder eine Bank noch eine Poststelle noch ein Restaurant, und auch die Musikgesellschaft hat sich aufgelöst. «Die vielen Neuzuzüger beteiligen sich eben nicht am Dorfleben», sagt eine seit Jahrzehnten im Dorf wohnhafte Frau.

Bild: Grafik Neue LZ

Bild: Grafik Neue LZ

Udligenswil: Nein zu Einzonung

Das scheint im mehr als doppelt so viele Einwohner zählenden Udligenswil anders zu sein. So sagt Gemeindepräsident Thomas Rebsamen: «Wir sind kein Schlafdorf, sondern haben ein intaktes Vereinsleben. Man kennt sich im Dorf.» Wie Greppen kann auch Udligenswil künftig kaum neue Gewerbe- oder Industriebetriebe ansiedeln. Eine von der Gemeinde geplante Landeinzonung beim Eingang ins Götzental lehnte der Kanton nämlich ab. So wird sich die Beschäftigungsdichte von 0,18 Arbeitsplätzen pro Einwohner in Zukunft kaum ändern (siehe Grafik), ebenso wenig die tiefe Abhängigkeit von der Höhe der Unternehmenssteuern.

Dierikon: Firmen extrem wichtig

Das ist in der Nachbargemeinde Dierikon komplett anders. Laut Gemeindeamtfrau Alexandra Lang ist Dierikon «extrem abhängig» von den Firmensteuern. Die Zahlen geben ihr Recht: Zu den Gesamtsteuereinnahmen von rund 4,5 Millionen Franken tragen die Unternehmen 1,5 Millionen bei. Allein 2012 verlor Dierikon durch die auf diesen Zeitpunkt hin in Kraft getretene Halbierung der Unternehmenssteuern rund 900 000 Franken. Die hohe Abhängigkeit von den Firmen könnte allerdings abnehmen – dann nämlich, wenn die Gemeinde ihr eigenes Land umgezont hat und darauf Wohnbauten realisiert sind. Ein spruchreifes Projekt gibt es laut Lang allerdings noch nicht.

Vermehrt auf Wohnen setzen will auch die Stadt Sursee, wo die Beschäftigungsdichte mit 1,43 Arbeitsplätzen pro Einwohner kantonsweit betrachtet am höchsten ist. Wird Sursee seinen Platz an der Spitze der Statistik also verlieren? Nein, glaubt Stadtschreiber Godi Marbach. «Wir wollen einen guten Mix zwischen Wohnen und Arbeiten erreichen. Das bedeutet auch, dass wir zu unseren Arbeitsplätzen Sorge tragen wollen.» Auch neue Firmen sind laut Marbach willkommen. Im Gebiet Industrie Nord, also Richtung Geuensee, bestünden «gut erschlossene und grosse Landreserven».

Als Kehrseite der hohen Beschäftigungsdichte bezeichnet Marbach die motorisierten Pendlerströme – und die Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform. So trugen Firmen 2011, dem letzten Jahr vor der Halbierung der Unternehmenssteuern, mehr als 30 Prozent bei zum Gesamtsteuerertrag der Stadt. 2014 waren es nur noch rund 18 Prozent.

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