STEGHOF: EWL setzt Klotz in Quartier

Das neue EWL-Strom-Unterwerk setzt markante Akzente. Die künstlerisch gestaltete Fassade wird auch in der Nacht leuchten.

Hugo Bischof
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So wird das neue EWL-Unterwerk Steghof dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung EWL)

So wird das neue EWL-Unterwerk Steghof dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung EWL)

An der Kreuzung Geissensteinring/Sternmattstrasse – vis-à-vis dem neuen Zentralbahntunnel – entsteht ein spezielles Gebäude. Energie Wasser Luzern (EWL) errichtet hier für 10 Millionen Franken einen Neubau für sein Unterwerk Steghof, mit dem die Stromversorgung der Neustadt-Seite sichergestellt wird. Es handelt sich um einen fünfeckigen dunklen Klotz, dessen Fassade künstlerisch gestaltet werden soll.

Den Kunst-am-Bau-Wettbewerb gewann Monika Kiss Horvath. Die 55-jährige, aus Zug stammende und in Zürich lebende Künstlerin setzte sich in einem Wettbewerb gegen sechzehn weitere Bewerber durch. Das gaben EWL-CEO Stephan Marty und Jury-Präsident, Bildhauer Roland Heini, gestern bei der Präsentation des Siegerprojekts bekannt. Der Jury gehörten unter anderen Stadtarchitekt Jürg Rehsteiner sowie Ursula Bachmann, Vizedirektorin der Hochschule Luzern – Design & Kunst, an.

Leuchtende Lamellen

Im Unterwerk Steghof wird Hochspannung in Niederspannung verwandelt. Entsprechend nennt Kiss Horvath ihr Projekt «Entspannung». Das Bild, das sie dafür fand, ist denkbar einfach. Es soll an einen Transformator erinnern. Über die vom Architekturbüro (Schärli Architekten) vorgegebene dunkelbraune Grundfarbe werden mehrere Reihen von Aluminiumlamellen gelegt. Jene in Rottönen signalisieren den Hoch-, jene in Orange den Niederspannungsbereich.

Die Kunst am Bau soll auch nach Einbruch der Dunkelheit sichtbar sein. Zu diesem Zweck werden hinter einigen Lamellen Led-Lampen angebracht. Sie sollen aufleuchten oder glimmen – «im Rhythmus der menschlichen Atmung», erläuterte Kiss Horvath. «Ich will dem Hochtechnischen etwas Hochmenschliches gegenübersetzen», betonte die Künstlerin, die auch Dozentin an der Hochschule für Technik und Architektur in Horw ist. Die Kunstgestaltung ist nur an den beiden Fassaden Richtung Geissensteinring und Zentralbahn vorgesehen. Die Leuchtlamellen sollen Anwohner nicht in der Nachtruhe stören.

100 000 Franken

100 000 Franken investiert EWL in den Wettbewerb und die Kunst am Bau. «Das Unterwerk Steghof ist das Herz der Stromversorgung auf der Neustadt-Seite», sagte EWL-CEO Stephan Marty. «Die Stadtbewohner sollen das Gebäude gern haben, es soll Emotionen wecken; deshalb schaffen wir hier Platz für Kunst.»

Die Bauarbeiten für das neue Gebäude haben begonnen. Aushub und Pfählung sind beendet. Erste Wände sind betoniert. Der bestehende Beton-Vorbau des heutigen Unterwerks wird in das neue Gebäude integriert. Darüber entsteht ein Dach mit Fotovoltaik.

Fertigstellung im November 2014

Im November 2014 soll das neue Unterwerk fertig gebaut sein. «Danach beginnt die anspruchsvolle Phase der Kabel-Umlegung», sagte EWL-Projektleiter Rolf Stalder. Sie wird fast zwei Jahre dauern. In dieser Zeit werden das bestehende und das neue Unterwerk parallel betrieben, um eine kontinuierliche Stromversorgung sicherzustellen.

Ende 2016 soll das heutige Unterwerk Steghof stillgelegt werden. Was danach mit dem auffälligen grünen Gebäude hinter dem Neubau geschieht, ist noch offen. «Wahrscheinlich ist ein Abriss», sagte EWL-CEO Stephan Marty. «Die alte Anlage ist 45-jährig, ihr Lebensende ist erreicht.» Das Gebäude befindet sich im Bereich des Perimeters, in dem die Stadt ein Hochhaus plant.

Ausstellung der fünf bestplatzierten Kunstprojekte am 20. und 21. Januar von 17 bis 19 Uhr im EWL-Gebäude an der Industriestrasse 6 (6. Stock).