Stehlende Polizistin: Freispruch

Die Polizistin stiehlt im Dienst - und wird freigesprochen. Grund: Die Polizei hat ihre eine illegale Falle gestellt. Nun gehts vors Bundesgericht.

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Von einem Paragrafen gestoppt: Trotz Geständnis bleibt der Diebstahl der Polizistin unbestraft. (Bild: Karikatur Jals)

Von einem Paragrafen gestoppt: Trotz Geständnis bleibt der Diebstahl der Polizistin unbestraft. (Bild: Karikatur Jals)

Ist der Luzerner Polizei ein peinlicher Fehler unterlaufen, der den Staat mit über 12'000 Franken teuer zu stehen kommt? Im Falle einer wegen Veruntreuung vor Gericht stehenden Polizistin sieht es auf den ersten Blick so aus.  Im Juni 2008 gab eine Person auf dem Fundbüro bei der Luzerner Stadtpolizei am Hirschengraben ein Couvert mit 550 Franken ab. Das Geld verschwand spurlos. Schalterdienst hatte unter anderem die heute 26-jährige angeklagte Polizistin. Aufgeklärt werden konnte der Diebstahl jedoch nicht. Weil ihre Kollegen aber Verdacht schöpften, stellten sie der mittlerweilen entlassenen Polizistin eine Falle: Ein Polizist in Zivil brachte im Oktober, als die Angeklagte erneut Schalterdienst hatte, eine Bauchtasche mit 150 Euro aufs Fundbüro. Diese habe er auf der Strasse gefunden. Und prompt schnappte die Falle zu – das Geld verschwand und die Polizistin gestand den Diebstahl sofort.

Schlau gemacht von der Polizei, könnte man meinen. Doch das ganze hat einen Haken: Die gestellte Falle verstösst gegen das Gesetz, war also illegal. Die Frau muss deshalb freigesprochen werden und der Staat hat unter anderem die Kosten der Verteidigerin von über 12 000 Franken zu berappen. So jedenfalls sieht es das Obergericht in seinem Urteil, das der Neuen Luzerner Zeitung vorliegt

Denn die Luzerner Staatsanwaltschaft ist nach wie vor davon überzeugt, dass es sich bei der Falle eben nicht um eine verdeckte Ermittlung handelt. Folglich werde sie den Fall ans Bundesgericht weiter ziehen, wie es am Donnerstag auf Anfrage hiess. Wann der Fall vors Bundesgericht kommt, ist offen. Die ehemalige Polizistin lebt seit ihrer Entlassung im Ausland.

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.