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Steigende Gesundheitskosten: Chronisches Problem braucht Lösung

Politiker, Ärzte und Patienten sind sich einig: Die Kosten im Gesundheitswesen müssen gesenkt werden. Dass dies kein einfacher Weg wird, zeigte die Podiumsdiskussion am Mittwochabend in Luzern.
Yasmin Kunz
Die Präsidentin der Patientenstelle Zentralschweiz Barbara Callisaya am Podium im Grand Hotel National in Luzern. (Bild: Yasmin Kunz (Luzern, 10. April 2019))

Die Präsidentin der Patientenstelle Zentralschweiz Barbara Callisaya am Podium im Grand Hotel National in Luzern. (Bild: Yasmin Kunz (Luzern, 10. April 2019))

Wie können wir das Gesundheitswesen in der Schweiz reformieren? Zu dieser omnipräsenten Frage referierten am Mittwochabend im «Grand Hotel National» in der Stadt Luzern verschiedene Akteure des regionalen und nationalen Gesundheitswesens.

Moderiert wurde der Anlass von Herbert Widmer, pensionierter Hausarzt in Luzern und abtretender Luzerner FDP-Kantonsrat. Rund 150 Personen nahmen am Podium teil.

Guido Graf fordert mehr Mut zu Sparmassnahmen

Es geht also um die ungelöste Frage, die schon seit Jahren diskutiert wird. Wie kann man die steigenden Kosten eindämmen ohne medizinische Qualitätseinbusse für die Patienten. Dass diese Frage immer noch diskutiert wird und in den vergangenen Jahren wenig Massnahmen ergriffen wurden, erstaunt Guido Graf, Gesundheits- und Sozialdirektor des Kantons Luzern. Ihm fehle eine Debatte mit konkreten Lösungsvorschlägen:

«Seit knapp zehn Jahren bin ich Gesundheitsdirektor und es hat sich bisher nicht viel getan. Wir müssen endlich Nägel mit Köpfen machen.»

Niemand habe den Mut, Sparmassnahmen umzusetzen. Herbert Widmer weist darauf hin, dass Graf mit verschiedenen Massnahmen mit gutem Beispiel voran gehe – wie etwa die kürzlich lancierte Bobo-Kampagne, die mit dem Sänger DJ-Bobo an den gesunden Menschenverstand der Bürgerinnen und Bürger appelliere, dass man nicht wegen kleinen Wehwehchen gleich zum Arzt soll. Denn: «Patienten haben kaum Ansporn, Kosten zu sparen», so Graf. Es müsse vermehrt «Medizin mit Augenmass» betrieben werden.

Damit spricht er auch die Ärzte und die Versicherer an. Die Situation werde sich in Zukunft noch verschärfen, weil medizinisch weiter Fortschritte wie etwa in der Genetik erzielt werden und damit noch mehr Therapien möglich sind, so Graf.

Barbara Callisaya vertritt die Anliegen der Patientinnen und Patienten. Diese würden einen Arzt ihrer Wahl und eine wohnortsnahe Versorgung und keine Einheitskasse wollen, sagt sie. «Der Patient will medizinische Leistung konsumieren, für die er mittels Prämien auch bezahlt. Letztlich will niemand gerne bei sich selber sparen.»

Luzerner Kantonsspital mit Vorreiterrolle

Das Luzerner Kantonsspital (Luks) hingegen hat bereits einige Massnahmen ergriffen, um die Kosten zu senken. «In der Zentralschweiz sind wir auf einer Insel der Glückseligkeit», sagt Ulrich Fricker, Luks-Spitalratspräsident. Damit meint er die Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Nidwalden. Ähnliche Vorhaben sind in anderen Kantonen klar gescheitert.

Politiker, Krankenversicherer, Ärzte in den Spitälern und den Praxen sowie Patienten sind sich einig: Es müssen weitere Massnahmen zur Kostenreduktion im Gesundheitswesen ergriffen werden. Die Schwierigkeit wird sein, dass Lösungen erarbeitet werden, die bei sämtlichen im Gesundheitswesen Involvierten mehrheitsfähig sind. Solche sind bis heute nicht in Sicht.

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