Steinhof Luzern
Stadt will Schulhäuser zusammenführen und Platz machen für günstige Wohnungen

Für über 9 Millionen Franken soll das Steinhof-Schulhaus 2 saniert und erweitert werden. Anstelle des Schulhauses 1 sind gemeinnützige Wohnungen geplant – notabene an aussichtsreicher Lage.

Roman Hodel
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Knapp 80 Primarschülerinnen und Primarschüler zählt die Schulanlage Steinhof unterhalb des Gigeliwaldes in der Stadt Luzern zurzeit. Sie besteht einerseits aus dem 1969 errichteten Schulhaus 1:

Bild: Roman Hodel (Luzern, 18. Februar 2021)

Andererseits aus dem Schulhaus 2. Es umfasst die 1982 bezogene Turnhalle und den Kindergarten sowie den zehn Jahre später errichteten Schulpavillon (links hinten, das silberne Gebäude):

Bild: Roman Hodel (Luzern, 18. Februar 2021)

Die meisten Gebäude befinden sich immer noch im Originalzustand. Sie entsprechen weder den heutigen pädagogischen noch den energetischen Bedürfnissen. Ausserdem sind die beiden Schulhäuser durch eine Strasse getrennt, auf welcher der ganze Verkehr vom Obergütsch-Quartier in die Innenstadt rollt. Eine Machbarkeitsstudie von 2017 ergab, dass mit einer Zusammenführung der Schulhäuser auf nur einem Areal nicht nur die Sicherheit für die Kinder erhöht, sondern auch die betrieblichen Abläufe für Schulleitung, Lehrpersonen und Hauswartung vereinfacht werden.

Prognose: Betreuung für 60 Prozent der Kinder

Jetzt macht die Stadt vorwärts. Auf dem Areal 2 sollen 2025/26 die Turnhalle saniert und der bestehende Pavillon durch ein neues, grösseres Schulhaus ersetzt werden, wie die Baudirektion am Donnerstag mitteilte. Hier würden künftig alle vier Basisstufenabteilungen untergebracht:

«Die Räume werden so konzipiert, dass moderne Unterrichtsformen unterstützt und Synergien genutzt werden können.»

Die Betreuungsinfrastruktur wird auf die Betreuung von 60 Prozent der Kinder ausgelegt. Ein relativ hoher Wert im Vergleich zu anderen Quartieren der Stadt.

Abgabe an gemeinnützigen Wohnbauträger zirka 2028

Während der Bauarbeiten auf dem Areal 2 gingen die Lernenden in den Schulhäusern Pestalozzi und Steinhof 1 in den Unterricht. Letzteres würde nach der Fertigstellung des Areals 2 abgebrochen und das Grundstück voraussichtlich im Jahr 2028 an einen gemeinnützigen Wohnbauträger abgegeben. Im Quartier gibt es nur wenige Wohnbaugenossenschaften und die Stadt möchte eine «sozialräumliche Durchmischung» erreichen. Nach einer Umzonung könnten an bester, aussichtsreicher Lage nach Schätzung der Baudirektion rund 16 gemeinnützige Wohnungen entstehen:

Bild: Roman Hodel (Luzern, 18. Februar 2021)

Die Zusammenführung der Schulanlage Steinhof ist laut Mitteilung «innerhalb der umgebenden Villenbebauung und in unmittelbarer Waldrandnähe eine städtebaulich anspruchsvolle Aufgabe». Zudem ist das Raumprogramm auf dem flächenmässig überschaubaren Areal 2 ambitioniert – neben den Gebäuden muss die Aussensportanlage erhalten bleiben und die Stadt will zusätzlich einen Quartiertreffpunkt schaffen. «Es wird anspruchsvoll, alles unter einen Hut zu bringen», sagt Baudirektorin Manuela Jost (GLP) und fügt an:

«Doch Architekturwettbewerbe sind dafür da, passende und gelungene Projekte hervorzubringen.»

Zur Durchführung und weiteren Planung beantragt der Stadtrat beim Grossen Stadtrat einen Sonderkredit von 1,25 Millionen Franken. Das einstufige Wettbewerbsverfahren wird ab Oktober 2021 öffentlich ausgeschrieben. Für das eigentliche Projekt rechnet die Baudirektion mit Kosten von rund 9,3 Millionen Franken. Manuela Jost betont, dass man keinesfalls mit der grossen Kelle anrichten werde:

«Aber es soll ein Ort werden, der heutigen pädagogischen und betrieblichen Ansprüchen genügt, eine attraktive Gesamtanlage bietet und in das Quartier passt.»

Im Unterschied zu anderen Quartieren rechnet man im Steinhof in den nächsten 15 Jahren mit ungefähr gleichbleibenden Schülerzahlen. Das heisst: Die Schulanlage muss insgesamt nicht grösser werden.

Mit St.Karli, Moosmatt, Rönnimoos und Littau Dorf laufen derzeit gleich mehrere Schulareal-Erneuerungen parallel – kann sich die Stadt dies alles überhaupt leisten? «Das ist eine Frage der Priorisierung», so Jost. Es seien wichtige Investitionen in unsere Zukunft. Dies sei man den nächsten Generationen schuldig. Sie sagt:

«Das ist auch dem Parlament immer wieder ein wichtiges Anliegen – ausreichend moderner Schulraum für Kinder und ein attraktiver Begegnungsort fürs Quartier.»