Stellenabbau bei der Ruag in Emmen: SVP fordert Gemeinderat zum Handeln auf

Die SVP-Fraktion fordert in einem dringlichen Postulat, dass der Gemeinderat Emmen den Sozialplan für die Ruag-Mitarbeiter prüft.

Beatrice Vogel
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Die Ruag International plant, am Standort Emmen mittelfristig 90 Stellen zu streichen. Die Stellen fallen weg, weil in Emmen die Flügelspitzen und Aluminiumflügel des Airbus A380 nur noch bis 2021 hergestellt werden. Nun reagiert bereits die Emmer Politik auf diese Neuigkeit: Die SVP hat am Montag ein dringliches Postulat dazu eingereicht.

Die Fraktion fordert mit dem Postulat den Gemeinderat dazu auf, umgehend mit der Ruag Gespräche aufzunehmen. Er soll abklären, wie viele Mitarbeiter tatsächlich ihre Anstellung verlieren, wie mit diesen Mitarbeitern umgegangen wird und wie sie unterstützt werden. Zudem soll der Gemeinderat den vorgesehenen Sozialplan prüfen und intervenieren, sollte dieser ungenügend sein.

Politische Intervention bei gefährdeten Arbeitsplätzen

Darüber hinaus möchte die SVP-Fraktion, dass die Emmer Exekutive aufzeigt, wie sie mit dieser aktuellen Situation sowie den zunehmenden Krisen in Emmer Grossbetrieben und den dabei gefährdeten Arbeitsplätzen umgeht, um diese mindestens zu kompensieren.
Erwähnt werden im Postulat auch die im vergangenen November bedrohten Arbeitsplätze beim in Emmen angesiedelten Stahlhersteller Schmolz + Bickenbach. Die Intervention der Politik habe in jenem Fall durchaus eine Wirkung gezeigt, schreiben die Postulanten weiter.

Die Gemeinde könne Rahmenbedingungen für die Wirtschaft bereitstellen, so die SVP. Diese seien in Emmen aber nicht die Besten und ein Programm zur Wirtschaftsförderung für den Standort Emmen fehle. Dies sei jetzt jedoch dringend erforderlich.

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