STERNMATT: Ärger wegen neuer Parkzone

Mit dem neuen Parkreglement verkürzt sich die maximale Parkdauer massiv. Dies sorgt im Quartier für Kopfschütteln. Die Stadt will indes den Kauf von Tagesparkkarten erleichtern.

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Neu gibt es im Sternmattquartier nur noch Blaue-Zone-Parkplätze. Dem Quartiervereinspräsidenten Marcel Villiger ist das ein Dorn im Auge. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Neu gibt es im Sternmattquartier nur noch Blaue-Zone-Parkplätze. Dem Quartiervereinspräsidenten Marcel Villiger ist das ein Dorn im Auge. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Seit dem 1. Juli ist das überarbeitete Parkkartenreglement der Stadt Luzern in Kraft. Nun sind die letzten Markierungsarbeiten abgeschlossen, wie die städtische Projektleiterin Isabelle Kaspar auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt. Im Sternmattquartier stösst das neue Regime auf wenig Gegenliebe. «In unserem Quartier sind sämtliche weissen Parkfelder durch blaue ersetzt worden», ärgert sich Marcel Villiger, Präsident der Quartiergemeinschaft Sternmatt.

Nur noch eine Stunde parkieren

Vor der Revision des Parkplatzreglements galt im Sternmattquartier auf den weissen Parkfeldern eine maximale Parkdauer von drei Stunden. Die rund 200 Parkplätze konnten zudem gratis benutzt werden. Nun gilt im Quartier in den blauen Zonen eine maximale Parkdauer von einer Stunde. «Ich verstehe nicht, weshalb ein bisher einwandfrei funktionierendes System umgekrempelt werden muss. Es bedeutet für unser Quartier eine klare Verschlechterung», sagt Villiger. Gegen die Umwandlung der betroffenen Parkzone N hat Villiger erfolglos gekämpft. «Wir haben über hundert Unterschriften gesammelt. Der Stadtrat hat, ohne uns anzuhören, über unsere Köpfe hinweg entschieden, und wir haben vom Entscheid durch die Presse erfahren», so Villiger.

Zihlmattweg als Auslöser

Der Stadt sei es bei der Revision des Parkkartenreglements darum gegangen, das System zu vereinheitlichen. «Die Zone N war ein Unikum. Solche Spezialfälle haben wir mit dem neuen Reglement beseitigt», sagt Projektleiterin Kaspar. Für Villiger ist indes klar, dass einzig wegen der vielen externen Besucher der Allmend-Sportanlagen das ganze Quartier den neuen Regeln unterworfen wurde. «Abgesehen vom Zihlmattweg sind wir ein absolutes Wohnquartier. Wenn überhaupt, hätte die Stadt nur den Zihlmattweg der neuen Parkordnung unterwerfen sollen», so Villiger.

Dass die Parkplätze beim Zihlmattweg für die Änderung des Parkregimes eine Rolle spielten, stellt Kaspar nicht in Abrede. Die neue Ordnung entspreche aber generell dem Grundsatz, öffentliche Parkplätze in Wohnquartieren als blaue Zone zu bewirtschaften, wie dies auch in vergleichbaren Quartieren wie Wesemlin, Moosmatt oder Steinhof der Fall sei.

Tagesparkkarte: «Untauglich»

Die neue Parkordnung schafft in den Augen des Präsidenten der Quartiergemeinschaft Sternmatt ein weiteres Problem: Viele Häuser verfügen über keine eigenen Besucherparkplätze. «Soll ich Besucher, die in der blauen Zone parkieren, nach einer Stunde wieder nach Hause schicken?», fragt Villiger rhetorisch. Besucher können für mehrstündige Aufenthalte bei der Stadt eine Tagesparkkarte für 20 Franken für die blaue Zone erwerben. Dies hält Villiger aber für völlig untauglich: «Ich kann doch nicht vor jedem Besuch im Stadthaus eine Parkkarte für meine Gäste holen. Ausserdem ist der Preis viel zu hoch.»

Bei der Stadt ist die Problematik der Tagesparkkarten bekannt. «Der Bedarf zur Kauf-Vereinfachung von Parkkarten ist ganz klar vorhanden. Ein entsprechendes Projekt ist in der Pipeline», sagt Kaspar. Angedacht sei eine Möglichkeit zum selbstständigen Ausdruck der Parkkarte zu Hause. Wann diese Neuerung eingeführt wird, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden.
 

Yves Portmann