Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

STEUERN: Gefährden aggressive Zuger Luzern?

Die Zuger Regierung will die Gewinnsteuern unter das Niveau des Kantons Luzern senken. Nicht alle Betroffenen reagieren so gelassen wie Finanzdirektor Marcel Schwerzmann und die SP.
Lukas Nussbaumer
Kommen nun noch mehr Firmen in den Kanton Zug? Die Regierung will die Gewinnsteuern unter das Niveau des Kantons Luzern senken. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Kommen nun noch mehr Firmen in den Kanton Zug? Die Regierung will die Gewinnsteuern unter das Niveau des Kantons Luzern senken. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Der Kanton Luzern hält mit einem Gewinnsteuersatz von nur 12,5 Prozent für Unternehmen landesweit die Spitzenposition – noch. Mit der Umsetzung des Bundesprojekts Unternehmenssteuerreform III dürfte sich das ändern. So will die Zuger Regierung den Firmensteuersatz von aktuell 14,6 auf 12 Prozent senken (Ausgabe von gestern). Damit würde Zug Luzern von Rang 1 verdrängen.

Die Unternehmenssteuerreform III wird nötig, weil die Schweiz ausländische Firmen gegenüber Schweizer Unternehmen steuerlich nicht mehr bevorzugen darf (siehe Kasten). Ob die Reform 2019 wie geplant in Kraft tritt, hängt auch vom Schweizer Volk ab: Die SP hat das Referendum ergriffen.

Für den Kanton Luzern stellt sich die Frage, ob die Zuger Steueroffensive Auswirkungen auf Luzerner Firmen hat. Finanzdirektor Marcel Schwerzmann bezeichnet die Gefahr, dass Unternehmen den Kanton Luzern Richtung Zug verlassen, als «relativ klein. Bei einem Unterschied von einem halben Prozentpunkt habe ich keine Angst vor einer Abwanderungswelle.»

Schwerzmann: 12,5 Prozent sind konkurrenzfähig

Gross würde das Risiko laut Schwerzmann dann, wenn die linke Initiative «für faire Unternehmenssteuern» am Sonntag vom Stimmvolk angenommen wird. Mit dem Volksbegehren soll die 2012 in Kraft getretene Senkung des Firmengewinnsteuersatzes auf 12,5 Prozent zur Hälfte rückgängig gemacht werden. Ein Ja zur Initiative hätte für in der Stadt Luzern domizilierte Firmen eine Erhöhung des Steuersatzes auf 14,4 Prozent zur Folge – «damit wären wir weg vom Fenster», prognostiziert der parteilose Regierungsrat. Mit einem Wert von 12,5 Prozent dagegen wäre Luzern «sowohl national als international weiterhin konkurrenzfähig». Eine Senkung auf 12 Prozent als Reaktion auf die Zuger Offensive steht für Schwerzmann «nicht zur Diskussion».

Das sagt auch Bruno Käch, Präsident der Zentralschweizerischen Vereinigung der diplomierten Steuerexperten. Obwohl sich der Steuerwettbewerb mit der Unternehmenssteuerreform III erheblich verschärfen werde, rechne er nicht damit, dass Kantone unter den Satz von 12 Prozent gehen würden. Käch ist auch in Bezug auf die Abwanderungsgefahr von Luzerner Firmen der gleichen Meinung wie Schwerzmann: «Wegen eines halben Prozents Gewinnsteuerunterschied werden die Unternehmen den Kanton Luzern nicht verlassen.» Bei einem Ja zur linken Initiative dagegen würden Firmen den Wegzug in andere Kantone ins Auge fassen. Dieses Risiko steige auch deshalb, weil Luzern über keine konkurrenzfähig tiefe Kapitalsteuer verfüge.

Zemp: «Der Druck auf Luzern wird grösser»

Von einem «gewissen Abwanderungsrisiko» geht Gaudenz Zemp aus. Der Direktor des kantonalen Gewerbeverbands sagt: «Der Druck auf Luzern wird durch die Zuger Steueroffensive grösser.» Den Gewinnsteuersatz jetzt zu senken, erachtet der FDP-Kantonsrat jedoch als verfrüht. Es gelte abzuwarten, wie massiv die anderen Kantone aufgrund der Unternehmenssteuerreform III ihren Steuersatz senken.

Für SP-Präsident und -Kantonsrat David Roth zeigt der wahrscheinliche Verlust der Top-Position Luzerns im Ranking der Firmenbesteuerung vor allem dies: «Es war dumm, allein auf den Standortfaktor tiefste Unternehmenssteuern zu setzen. Dass Luzern Platz 1 irgendwann verlieren wird, war absehbar.» Kleine Kantone wie Zug oder Obwalden könnten sich eine Dumping-Steuerstrategie leisten, nicht aber Luzern. Es sei deshalb wichtig, andere Standortfaktoren wie das Verkehrs- und Infrastrukturangebot zu stärken, sagt Roth.

Das Abrutschen in der Steuerrangliste müsse sich für Luzern zudem nicht nur negativ bemerkbar machen. «Ziehen Briefkastenfirmen weg, kann das positive Auswirkungen auf die Höhe der Zahlungen aus dem Neuen Finanzausgleich haben.» Dass Firmen mit vielen Arbeitsplätzen Luzern verlassen werden, glaubt Roth nicht. Schnell auf Steuersenkungen oder -erhöhungen reagieren würden nur die besonders mobilen Briefkastenfirmen.

Lukas Nussbaumer

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.