STEUERN: Luzerner melden 16 Millionen Franken unversteuerte Einkünfte

421 Luzerner haben sich 2016 selbst angezeigt, so viele wie noch nie. Die reuigen Steuersünder brachten dem Staat Einnahmen von 16,3 Millionen Franken.

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Die Zahl der Steuersünder hat im Kanton Luzern im vergangenen Jahr zugenommen (Symbolbild). (Bild: Simbolbild: Keystone)

Die Zahl der Steuersünder hat im Kanton Luzern im vergangenen Jahr zugenommen (Symbolbild). (Bild: Simbolbild: Keystone)

Die Erträge für den Kanton Luzern und die Gemeinden stiegen von 6,7 (2015) auf 12,6 Millionen Franken (2016), die Erträge des Bundes von 1,7 auf 3,7 Millionen Franken an, wie die Dienststelle Steuern des Kantons Luzern am Donnerstag mitteilte. Die Gesamterträge stiegen innert Jahresfrist von 8,4 auf 16,3 Millionen Franken an. Die Zahl der Selbstanzeigen stieg von 381 im Jahr 2015 auf 421 Anzeigen im letzten Jahr an. Das sind so viele wie noch nie seit Einführung der straflosen Selbstanzeige im Jahr 2010.

Unter den straflosen Selbstanzeigen hat es auch grosse Fälle. So musste im 2016 eine einzelne steuerpflichtige Person 4,5 Millionen Franken Nachsteuern bezahlen. Dieser Fall ist denn auch im Wesentlichen für den überdurchschnittlichen Steuerertrag 2016 aus straflosen Selbstanzeigen verantwortlich, heisst es in einer Mitteilung weiter.

Selbstanzeige wird rege genutzt

Seit der Einführung der straflosen Selbstanzeige werde diese Möglichkeit rege genutzt, schreibt die Dienststelle weiter. Sie führt das auf verschiedene Ursachen zurück: Einerseits werden Steuerhinterziehungen von der Gesellschaft nicht mehr als Kavaliersdelikt betrachtet, sondern zunehmend als schädliches Verhalten geächtet, andererseits hätten auch die gesetzlichen Veränderungen und die öffentliche Berichterstattung über Steuerhinterziehungsfälle zu einer Sensibilisierung der Steuerpflichtigen beigetragen.

Die Möglichkeit, einmal im Leben eine straflose Selbstanzeige einzureichen und damit nicht deklarierte Einkommen und Vermögen zu melden, besteht landesweit seit 2010. Dabei müssen die Steuerpflichtigen die Nachsteuer auf maximal zehn Jahre zurück bezahlen, erhalten aber keine Busse.

Die meisten Selbstanzeigen betrafen – wie in den Vorjahren – natürliche Personen, die zum Beispiel nicht angegebene Nebenbeschäftigungen oder Renten und insbesondere Vermögen sowie Erträge aus nicht deklarierten Wertschriften, Konten oder Liegenschaften meldeten. Relativ viele Selbstanzeigen gab es 2016 für ausländische Liegenschaften und die dazugehörigen Bankkonten. Dagegen betrafen wenige der erledigten Fälle juristische Personen.


rem