Steuern: Regierung lässt 1000 Bürger befragen

Nach dem Nein zur Erhöhung des Steuerfusses will die Luzerner Regierung der Bevölkerung mit einer Umfrage auf den Zahn fühlen. Der Regierungsrat hat nun am Mittwoch die Details zur Umfrage bekannt gegeben.

Alexander von Däniken
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Vier Beteiligte sollen 325 Anleger am Telefon übers Ohr gehauen haben. (Symbolbild Neue LZ)

Vier Beteiligte sollen 325 Anleger am Telefon übers Ohr gehauen haben. (Symbolbild Neue LZ)

So wird das auf Politik- und Sozialforschung spezialisierte Institut GFS Bern bereits in den nächsten Tagen mit der telefonischen Befragung starten. Im Auftrag des Kantons werden mit einer repräsentativen Auswahl von Stimmberechtigten 1000 Telefoninterviews durchgeführt.

Die Analyse soll hauptsächlich untersuchen, wer aus welchen Gründen für oder gegen die Vorlage war. «Wir wollen die Beweggründe für die Antwort genau erfahren», erklärte Finanzdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) letzte Woche dazu. Die Umfrage soll aber auch festhalten, was der Stimmentscheid aus Sicht der Luzerner für die Zukunft bedeutet, wie es in der Mitteilung heisst. Am 21. Mai lehnten 54 Prozent der Stimmbürger die Erhöhung des Steuerfusses von 1,6 auf 1,7 Einheiten ab. Daraus erschliesse sich nicht, welches Vorgehen das Volk anstelle von höheren Steuern wünscht, begründet die Regierung die Umfrage.

Resultate werden nach den Sommerferien publik

Die Interviews werden in einem ersten Schritt von GFS Bern zuhanden der Regierung ausge­wertet. Das wird im Verlaufe des Sommers geschehen. Voraussichtlich nach den Sommerferien sollen die Resultate veröffentlicht werden, wie Andreas Töns, Informationschef des Kantons, auf Anfrage erklärt.

Wann die Ergebnisse in die Finanzplanung von Regierung und Kantonsrat einfliessen, ist noch unklar. Marcel Schwerzmann sprach davon, dass die Resultate «sehr wichtig» für das Budget 2019 und die nachfolgenden Voranschläge seien, allenfalls bereits für das Budget 2018.In der Mitteilung ist die Rede von einem mittel- bis langfristigen Horizont.

Die Kosten für die Umfrage belaufen sich laut Töns auf 37 000 Franken. Das Umfrageinstitut GFS wurde vor 25 Jahren von Claude Longchamp gegründet – er analysierte für das Schweizer Fernsehen bis vor kurzem jeweils die Abstimmungsergebnisse.

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch