Steuersünder
Im letzten Jahr haben sich so viele Luzerner wie nie selbst angezeigt

Die Zahl der straflosen Selbstanzeigen bei den Steuern ist 2020 auf 1265 gestiegen. Das ist neuer Rekord.

Lukas Nussbaumer
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Von der Möglichkeit, einmal im Leben straflos eine Selbstanzeige einzureichen, haben im letzten Jahr so viele Luzerner Steuerzahler Gebrauch gemacht wie nie zuvor. 1265 Personen griffen zu diesem Mittel, das 2010 eingeführt worden war. Das sind 237 Fälle mehr als 2019, wie die Dienststelle Steuern am Freitagnachmittag mitteilt (siehe Tabelle).

Einnahmen und Verfahren aus straflosen Selbstanzeigen im Kanton Luzern

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Anzahl Selbstanzeigen 272 316 265 307 372 283 421 495 644 1028 1265
Ertrag Kanton und Gemeinden (in Mio. Fr.) 8,7 7,6 12,5 9,5 10,6 6,7 12,6 11,8 7,6 11,7 11,9
Ertrag Bund (in Mio. Fr.) 1,6 1,3 1,5 2,1 2,5 1,7 3,7 3,7 1,6 2,6 2,5
Ertrag total (in Mio. Fr.) 10,3 8,9 14 11,6 13,1 8,4 16,3 15,5 9,2 14,3 14,4

Wer seine nichtdeklarierten Einkommen und Vermögen auf diesem Weg angibt, muss die Nachsteuer inklusive Zins auf maximal zehn Jahre zurück zahlen, erhält dafür aber keine Busse. Die selbst angezeigten Vermögenswerte und die daraus entstehenden Erträge werden damit nachhaltig besteuert, tauchen also auch in künftigen Steuererklärungen auf.

Es zeigen sich vor allem natürliche Personen an

Gegenüber dem Vorjahr nur ganz leicht gestiegen sind die Erträge beim Kanton, den Gemeinden und beim Bund. Sie lagen 2020 bei total 14,4 Millionen Franken. Am meisten nahmen die Behörden 2016 ein, als sich die Steuern auf nichtdeklarierte Einkommen und Vermögen 16,3 Millionen beliefen. Die meisten Selbstanzeigen betrafen wie in den letzten Jahren natürliche Personen, die zum Beispiel nicht angegebene Nebenbeschäftigungen oder Renten und insbesondere Vermögen sowie Erträge aus nicht deklarierten Wertschriften, Konten oder Liegenschaften im Ausland meldeten.

Einen deutlich geringeren Einfluss als in den Vorjahren hatte laut der Dienststelle Steuern der automatische Informationsaustausch (AIA). Im Rahmen des AIA erfolgen seit 2018 Meldungen ausländischer Steuerbehörden an die Schweiz. Sobald eine schweizerische Steuerbehörde im Besitz einer Meldung ist, kann eine straflose Selbstanzeige nicht mehr eingereicht werden. In solchen Fällen werden ordentliche Steuerverfahren mit möglicher Bussenfolge eingeleitet.