Petition gegen Stierenberger Windräder

In Rickenbach haben zwei Initianten eine Petition mit 1610 Unterschriften eingereicht. Sie wollen damit den Status quo beibehalten.

Ernesto Piazza
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Die beiden Initianten Pirmin Kammermann und Samuel Hodel (von links) bei der Übergabe.

Die beiden Initianten Pirmin Kammermann und Samuel Hodel (von links) bei der Übergabe.

Bild: Boris Bürgisser (Rickenbach, 6. Dezember 2019)

Auf dem Rickenbacher Stierenberg sollen dereinst drei Windräder drehen. Das ambitionierte Projekt wurde von CVP-Nationalrätin Priska Wismer-Felder und ihrem Mann Roland initiiert. Zwei der drei Windräder sind im Wald geplant, das dritte in Waldnähe. Es ist vorgesehen, die Windkraftanlagen mit einer maximalen Höhe von 180 Metern zu erstellen.

Doch gegen das Projekt regt sich Widerstand. So haben Pirmin Kammermann und Samuel Hodel am Freitag auf der Gemeindeverwaltung Rickenbach eine Petition «Zum Erhalt des Stierenberges als Kraft- und Naherholungsgebiet» eingereicht. Diese haben 1610 Personen, davon 337 aus Rickenbach und dem Ortsteil Pfeffikon unterzeichnet. Es hätten sogar welche unterschrieben, die in den USA und in Thailand wohnen und in Rickenbach noch Immobilien besitzen, so die beiden Windparkgegner. «Wir sind sehr überrascht über den grossen Rücklauf», erklärten sie. Rund drei Wochen wurde gesammelt, auch online. Hodel und Kammermann wohnen im Gebiet Mullwil. Dieses liegt unweit davon entfernt, wo die Anlagen zu stehen kommen sollen.

Gemeinderat soll sich gegen Anlagen einsetzen

Die Petition richtet sich an den Rickenbacher Gemeinderat. Dieser wird aufgefordert, «sich mit allen Mitteln dafür einzusetzen», dass der Stierenberg in seiner heutigen Art und Weise erhalten bleibe. Es sollen dort insbesondere keine Windkraftanlagen zu stehen kommen, welche dem heutigen Landschaftsbild des Stierenberges entgegenwirkten, schreiben die beiden Initianten. Die Anlagen seien relativ laut und sehr dominant, sagt Hodel. Zudem würde man sie in der Nacht aufgrund von Blinklichtern orten können und sie würden einen Schattenwurf verursachen. «Wir befürchten auch, dass damit das ökologische Gleichgewicht gestört werden könnte.» Die Initianten wissen zwar, dass sie mit ihrer Petition keine bindende Wirkung erzielen. «Wir möchten damit aber die Rickenbacher Bevölkerung aufrütteln», so Samuel Hodel.

Zusätzlicher Widerstand gegenüber dem Projekt kommt vom Verein «Schützt unseren Stierenberg». Dem vierköpfigen Vorstand gehören je zwei Mitglieder aus Menziken und Reinach, also aus dem benachbarten Kanton Aargau, an. Ein Infoabend der Kritiker in Menziken war nicht nur gut besucht, es entwickelte sich dabei auch eine intensive Diskussion.

Kanton verlangt beim Projekt Bereinigungen

Für die Umsetzung des Projekts braucht es eine Zonenplanänderung. Und zwar muss eine Sonderzone «Windparkzone Stierenberg» definiert werden. Weiter benötigt das Projekt grünes Licht vom Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement (BUWD). Von diesem liegt nun ein Vorprüfungsbericht auf. Der Entwurf der Teilrevision der Ortsplanung sei «insgesamt gut und weitgehend vollständig erarbeitet sowie grösstenteils recht- und zweckmässig», zitiert der Rickenbacher Gemeinderat in einer Mitteilung aus diesem Bericht. Insbesondere zu einzelnen Themen der Umweltverträglichkeitsprüfung werden aber noch Bereinigungen und Ergänzungen verlangt.

Ursprünglich erhofften sich die Initianten den Windpark im Herbst 2020 in Betrieb zu nehmen. Nach jetzigem Zeitplan dürfte zu diesem Zeitpunkt aber erst die öffentliche Auflage erfolgen. 2021 soll das Geschäft an einer Gemeindeversammlung traktandiert werden.

«Wir nehmen das Anliegen Ernst», sagte Gemeindepräsident Roland Häfeli (FDP) bei der Übergabe. Die Exekutive werde zur Petition Stellung nehmen und die Antwort publizieren. Am 27. Januar gibt es in Rickenbach eine Podiumsveranstaltung.