Kommentar

Stimmrechtsalter 16: Die Variante ist ein guter Mittelweg

Stimmrechtsalter 16 wird im Kanton Luzern genauer geprüft. Das ist richtig, um die politische Partizipation von jungen Erwachsenen zu fördern.

Roseline Troxler
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Roseline Troxler

Roseline Troxler

Das Stimmrechtsalter 16 hat im Kanton Luzern eine erste Hürde genommen: Eine entsprechende Initiative erreichte das nötige Quorum. Nun kann sich die zuständige Kommission genauer damit befassen. Damit ist das Anliegen einen Schritt weiter. Trotzdem: Die Initiative hat mit 55 Ja- zu 60 Nein-Stimmen nur das Quorum, nicht aber die Mehrheit erreicht. Mehr als die Hälfte der CVP, die grosse Mehrheit der FDP und die ganze SVP stimmten dagegen.

Gleichwohl tut die Kommission gut daran, das Anliegen zu prüfen: An den jüngsten Wahlen hat nicht einmal mehr jeder zweite Luzerner teilgenommen. Noch dramatischer ist es bei Abstimmungen. Mehr und mehr stellt sich die Frage nach der Legitimität. Gleichzeitig sind Junge am längsten von diesen Entscheiden betroffen.

Gerade die Klimabewegung zeigt, dass Junge sich sehr wohl engagieren. Mit Stimmrechtsalter 16 können sie nicht nur fordern, sondern auch Verantwortung übernehmen. Wichtig ist, dass die Schulen die Jugendlichen auf die politische Partizipation vorbereiten. Mit Stimmrechtsalter 16 wird die politische Bildung attraktiver, da das Wissen gleich praktisch angewendet werden kann. Stimmrechtsalter 16 kennt bisher nur Glarus. Doch Luzern verspielt sich nichts, wenn Jugendlichen eine frühere Partizipation ermöglicht wird. Die Initiative sieht vor, dass 16- und 17-Jährige abstimmen und wählen können. Nicht möglich ist die Wahl in ein Amt. Diese Variante ist ein guter Mittelweg.

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