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Interview

Luzerner Bildungsdirektor: «Es sollen wieder mehr Studenten profitieren»

Der Luzerner Noch-Bildungsdirektor Reto Wyss (CVP) äussert sich zur Situation bei den Stipendien und beschwichtigt. Gleichzeitig kündigt er an, dass eine Korrektur vorgenommen werden soll.
Roseline Troxler
Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss an einer Medienorientierung (Bild: Keystone/Alexandra Wey, 17. November 2017)

Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss an einer Medienorientierung (Bild: Keystone/Alexandra Wey, 17. November 2017)

Ob man als Student ein Stipendium erhält, hängt stark vom Wohnkanton ab. Der Kanton Luzern unterstützt anteilmässig weniger Studenten als der Schweizer Schnitt. Die Anzahl der Studenten mit Stipendium ist in den letzten Jahren gar noch gesunken – obwohl an den Unis und Fachhochschulen laufend mehr Studenten eingeschrieben sind (Ausgabe von gestern). Nun äussert sich Bildungsdirektor Reto Wyss (CVP) zur Entwicklung.

Das Stipendienvolumen zeigte in den letzten Jahren nach unten. Weniger Studenten erhalten Beiträge. Wie beurteilen Sie die Lage?

Reto Wyss: Es war unser Ziel, durch das neue Gesetz mit den Stipendien gezielter jene Studierende zu unterstützen, denen es finanziell nicht so gut geht. Sie erhalten höhere Beiträge. Dies sehe ich als den richtigen Weg an. Dass die Summe der Stipendien insgesamt abgenommen hat, ist der finanzpolitischen Situation geschuldet. Wir können nicht mehr ausgeben, als uns zur Verfügung steht.

In der Abstimmungsbotschaft von 2014 schreibt die Regierung, dass das Stipendienvolumen auf dem Niveau der Vorjahre (bei rund 10,5 Millionen Franken) belassen werden soll. Weshalb wurde das Versprechen gebrochen?

Diese Aussage finde ich problematisch. Wir haben kein Versprechen gebrochen. Nicht das neue Gesetz hat zur Reduktion geführt. Wir wurden von der Realität eingeholt und mussten handeln. Die Beiträge wären auch mit dem alten Gesetz aufgrund des Spardrucks reduziert worden.

Wie schätzen Sie die Situation für hiesige Studenten ein?

Eine schwierige Frage. Bei den Darlehen zeigt sich allerdings, dass die zur Verfügung gestellten Beiträge von den Studenten gar nicht ausgeschöpft werden. Viele Studentinnen und Studenten finden also andere Möglichkeiten, ihr Studium zu finanzieren.

Die Bildungsindikatoren, eine Analyse des Bildungssystems, zeigen aber, dass die Ampel bei den Stipendien im Vergleich zu anderen Kantonen auf rot steht. Jüngst hat sich die Situation noch verschärft. Sehen Sie Handlungsbedarf?

Es muss das Ziel sein, das Niveau der Stipendien in den nächsten Jahren wieder anzuheben. Es sollen wieder mehr Studenten profitieren. Die jetzige Situation ist keine Absicht der Bildungspolitik, sondern sie fusst auf der finanzpolitischen Lage.

Luzern ist bei den Stipendien im Hintertreffen. Andere Kantone sind grosszügiger. Ein Standortnachteil?

Das glaube ich nicht. Es gibt viele Faktoren, welche auf die Standortattraktivität einwirken. Die Stipendien sind bloss ein Mosaiksteinchen. Es gibt andere Faktoren, die viel wichtiger sind.

Hält die hiesige Handhabung also nicht vom Studieren ab?

Die Entwicklung deutet nicht darauf hin. Die Studentenzahlen zeigen nach oben.

Wer hat Anrecht auf Stipendien?

(rt) Das Stipendiengesetz und die entsprechende Verordnung definieren, wer berechtigt ist. Für einen Anspruch muss der Student seinen stipendienrechtlichen Wohnsitz im Kanton Luzern haben, eine beitragsberechtigte und anerkannte Ausbildung absolvieren und den finanziellen Bedarf aufweisen.


Um zu prüfen, ob Anspruch besteht, kann man den Stipendienrechner der Fachstelle Stipendien nutzen. Ist dies der Fall, kann dann bis spätestens drei Monate nach Ausbildungsbeginn ein Gesuch eingereicht werden. Um den Bedarf zu berechnen, wird sowohl ein Budget der Person in Ausbildung sowie eines der Eltern aufgestellt. Dabei sind unter anderem die Einnahmen und das Reinvermögen entscheidend. Weitere Informationen zum Thema Stipendien und Darlehen unter: www.beruf.lu.ch.

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