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Hochwasserschutz in Sarnen und Alpnach: Alle Einsprachen sind erledigt

Die Obwaldner Regierung gibt grünes Licht für weitere Hochwasserschutz-Etappen. Beim Auslaufbauwerk für den Hochwasserentlastungsstollen läuft es nicht nach Plan.
Franziska Herger
Die Baustelle für das Auslaufbauwerk des Hochwasserentlastungsstollens in Alpnach mit der Startgrube für die Tunnelbohrmaschine. (Bild: PD)

Die Baustelle für das Auslaufbauwerk des Hochwasserentlastungsstollens in Alpnach mit der Startgrube für die Tunnelbohrmaschine. (Bild: PD)

Es geht voran im Obwaldner Hochwasserschutz: Die Regierung hat nicht nur die zweite Etappe im Projekt Hochwassersicherheit Sarneraatal genehmigt, sondern auch das Wasserbauprojekt am oberen Abschnitt der Sarneraa in Alpnach. Bei sämtlichen Einsprachen konnte eine gütliche Einigung gefunden werden oder sie wurden vom Regierungsrat behandelt, wie dieser mitteilt.

29 Einsprachen waren gegen das 2016 aufgelegte Projekt Hochwassersicherheit Sarneraatal eingegangen. Im Zuge von Einsprache- und Landerwerbsverhandlungen wurden 25 davon zurückgezogen. Auf eine Einsprache trat der Regierungsrat 2017 nicht ein, und drei weitere wies er ab. Zwei davon sind Gegenstand der im Sommer bekannt gewordenen Kompromisslösung mit den Umwelt- und Fischereiverbänden.

Ersatzflächen für Landwirte gefunden

Diese hatten unter anderem eine grössere ökologische Aufwertung und Gewässerraumbreite der Sarneraa gefordert. Die Einigung beinhaltet, dass der Abschnitt zwischen der Mündung Bitzighoferbach bis Brücke Bahnhofstrasse in Kägiswil mit zwei zusätzlichen Aufweitungen der Sarneraa neu projektiert und im Frühling 2020 erneut öffentlich aufgelegt wird. «Die Planung wird in den nächsten Wochen begonnen, mit allen Betroffenen, auch den Vertretern der Landwirtschaft», sagt Josef Hess. Diese hatten Kritik an der Lösung geäussert.

Die Baustelle für das Einlaufbauwerk des Hochwasserentlastungsstollens in Sachseln. (Bild: PD)

Die Baustelle für das Einlaufbauwerk des Hochwasserentlastungsstollens in Sachseln. (Bild: PD)

In Sachen Landersatz habe man sich einigen können, so Hess. Auch für die zusätzlich nötigen 1,4 Hektaren Land seien Ersatzflächen gefunden. Die Projektänderung ist von der jetzt erteilten Genehmigung ausgeschlossen, die neben den Massnahmen an der Sarneraa auch die Genehmigung des Wehrreglements für die künftige Regulierung des Sarnersees und Massnahmen am Unterlauf des Kernmattbachsumfasst.

Auch gegen das Projekt Sarneraa Alpnach I mit Hochwasserschutzmassnahmen zwischen dem Geschiebesammler Grosse Schliere bis zur Eichischwelle waren drei Einsprachen eingegangen. Alle drei wurden zurückgezogen.

Alpnach: Kein Erfolg für Umweltverbände

Die «IG Kulturland» von betroffenen Landwirten nahm ihre Einsprache zurück, nachdem mehrere Anliegen zur Erschliessung und Bewirtschaftung der Liegenschaften berücksichtigt wurden, so Hess. «Wir sind froh, dass die Landwirte grünes Licht geben für die Umsetzung.»

Den Forderungen der Umweltverbände nach zusätzlichen Gewässerflächen wurde in diesem Projektteil nicht nachgekommen. «Voraussetzung für den neu aufzulegenden Kompromiss war, dass wir in Alpnach eine Lösung im Rahmen des Auflageprojekts finden», so Hess. «Auch wollten wir wegen der wichtigen Infrastruktur in Alpnach, wie dem Flugplatz und der Ara, nicht wie gefordert von den Hochwasserschutzzielen abweichen.»

Die Massnahmen in Alpnach werden ab sofort über vier bis fünf Jahre umgesetzt. Dann soll der Hochwasserentlastungsstollen in Betrieb genommen werden (siehe Kasten), worauf die Arbeiten im Dorf Sarnen starten.

Rückstand beim Stollen

Die Vorarbeiten zum Hochwasserentlastungsstollen sind wegen geologischer Probleme aktuell fünf Monate im Rückstand. Planer und Unternehmer seien vom tieferen Verlauf der Felssohle überrascht worden, sagt Josef Hess. Zudem sei man auf teils grosse Kieselkalkblöcke aus einem prähistorischen Felssturz vom Stanserhorn gestossen. «Damit haben wir nicht gerechnet. Mit zusätzlichen Probebohrungen hätte man das allenfalls schon früher wissen können», meint der Baudirektor.

Um die Baugrube gegen Grundwasser abzuschirmen, musste eine Bohrpfahlwand erstellt werden. Diese sei abgeschlossen, sagt Josef Hess. Der Montagebeginn der Tunnelbohrmaschine verschiebt sich voraussichtlich auf April 2020. Die finanziellen Auswirkungen der Verzögerungen und der angepassten technischen Ausführung werden aktuell ermittelt. Ob die Verzögerungen Auswirkungen auf die Inbetriebnahme des Stollens haben werden, ist offen. Massgebend für die Bauzeit werde die Vortriebsleistung mit der Tunnelbohrmaschine im Gebirge sein, schreibt die Regierung.

Die Bauarbeiten am Einlaufbauwerk in Sachseln seien dagegen auf Kurs. Aktuell entsteht die Baugrube im Sarnersee, die Baufachleute sind daran, die schweren Stahlträger von einer schwimmenden Plattform aus in den Seeboden zu rammen. Mit dem Gegenvortrieb könne in der zweiten Jahreshälfte 2020 begonnen werden.

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