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STOOS: Verkehrshaus lehnt «Geschenk» der Stoosbahnen ab

Am Wochenende nimmt die neue Bahn ihren Betrieb auf. Das alte Trassee wird nach einer Übergangsfrist umgenutzt. Was mit den alten Waggons geschieht, ist hingegen unklar.
Die Schlattlibahn bei der Fahrt auf den Stoos. (Bild Bert Schnüri­ger/ Neue SZ)

Die Schlattlibahn bei der Fahrt auf den Stoos. (Bild Bert Schnüri­ger/ Neue SZ)

Josias Clavadetscher

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

Nach rund 85 Jahren hat sie ausgedient – die alte Stoosbahn, welche vom Schlattli bei Schwyz auf den Stoos fährt. Sie galt bisher als die steilste fahrplanmässige Standseilbahn im öffentlichen Verkehr. Am nächsten Wochenende wird sie durch eine noch steilere Bahn abgelöst.

Allerdings erfolgen die Stilllegung und der Rückbau nicht ­sofort, sondern es wird der Bahn eine Gnadenfrist gewährt. Natürlich auch aus betrieblichem Interesse. Wie Bruno Lifart, Projektleiter für den Neubau und Delegierter des Verwaltungsrats der Stoosbahnen AG, erklärte, werde die alte Bahn noch einige Monate als «Back-up» zur Verfügung stehen. Das Unternehmen kann sie einsetzen, falls mit der neuen Bahn unerwartet Kinderkrankheiten auftreten sollten. Auch kann die alte Bahn weiterhin für Materialtransporte oder für ihren eigenen Rückbau und die Umnutzung des Trassees gebraucht werden. Mit dem Rückbau rechnet Lifart etwa ab Herbst 2018, vielleicht sogar «eher später».

Alte Wagen sind nicht historisch genug

Rückgebaut werden die Schienen, Schwellen, Rollen und Seile, die Motoren, Kabinen und all die weiteren technischen Anlagen. Nach der Demontage werden diese der Metallverwertung zugeführt. Noch offen ist, was mit den beiden alten Stoosbahn-Wagen passieren wird. Sicher ist, dass es dafür keinen Platz im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern geben wird. Die beiden 1967 in Betrieb genommenen Wagen seien auf Anfrage hin vom Verkehrshaus als nicht historisch genug klassiert worden, erklärt Lifart. Es hätten sich jedoch «gewisse Interessenten» gemeldet, um ­allenfalls einen der Wagen als Denkmal oder als Erinnerung zu bewahren. Entschieden sei aber noch nichts.

Das Trassee selber wird auch nach Inbetriebnahme der neuen Stoosbahn bestehen bleiben. Im oberen Teil sind schon heute Versorgungsleitungen für den Stoos eingebaut. Ebenso wird direkt bei der Talstation die markante Brücke über die Muotaschlucht erhalten bleiben. Neu plant die Stoosbahnen AG, auf dem Trassee eine Trinkwasser-Druckleitung zu erstellen. Während im Winter das Wasser des Stoos-Seelis für die Schneekanonen gebraucht wird, soll künftig ausserhalb der Schneesportsaison dieses Wasser für den Betrieb eines Kleinkraftwerks genutzt werden. Eine Zuführungsleitung vom Seeli bis zur Bergstation ist bereits erstellt worden. Für die kostendeckende Einspeisevergütung liegt eine gültige Zusage des Bundes vor. Lifart geht davon aus, dass sich dieses Kleinkraftwerk mit einem Aufwand von 1,2 Millionen Franken wird realisieren lassen. Für den Bau dieser Druckleitung mit den schweren Rohren kann die alte Bahn eingesetzt werden.

Bergstation wird zu Wohn- und Ferienhaus

Bereits definitiv ist, was mit der Berg- und der Talstation passieren wird. Sobald die alte Stoosbahn definitiv ausser Betrieb geht, beginnt die Umnutzung dieser Bauten. Die Bergstation wird zu einem Wohn- und Ferienhaus umgebaut. Insgesamt neun Wohnungen sollen erstellt werden. Die Baubewilligung für das Projekt liegt bereits vor und hält die Vorschriften der Zweitwohnungs-Initiative ein. Realisiert werden Erstwohnungen und bewirtschaftete Ferienwohnungen. Die Stoosbahnen AG sucht dafür allerdings noch einen Investor, da sie selber nicht Wohnbauten realisieren will. «Das gehört nicht zu unserer Kernkompetenz», sagt Bruno Lifart.

In der Talstation werden keine Wohnungen realisiert. Diese wird künftig als Depot, Lager- und Materialraum genutzt.

Die alte Stoosbahn. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)

Die alte Stoosbahn. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)

Schon damals eine Attraktion: die 1933 in Betrieb genommene Drahtseilbahn vom Schlattli auf den Stoos. (Bild: Privatarchiv)

Schon damals eine Attraktion: die 1933 in Betrieb genommene Drahtseilbahn vom Schlattli auf den Stoos. (Bild: Privatarchiv)

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