Strafanzeige gegen Speranza-Geschäftsführer

Der Stiftungsrat von Speranza hat gegen den ehemaligen Geschäftsführer Strafanzeige erstattet. Diese steht in Zusammenhang mit finanziellen Ungereimtheiten in der Geschäftsstelle in Aarau.

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In einem Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung» vom Mittwoch bestätigt Stiftungspräsident Rudolf Gysin die Strafanzeige. Als die finanziellen Ungereimtheiten im März 2012 entdeckt worden seien, habe Nationalrat Otto Ineichen den Geschäftsführer sofort freigestellt.

Auf die Frage, weshalb nicht schon früher eine Strafanzeige eingereicht worden sei, sagt Gysin, der Stiftungsrat habe sich zunächst ein genaueres Bild über die Angelegenheit verschaffen wollen. Der unerwartete Tod von Otto Ineichen Anfang Juni habe die internen Untersuchungen verzögert.

Unter Beizug externer Experten, so Gysin, habe man nach dem Tod von Ineichen die Angelegenheit seriös aufgearbeitet. In der Folge habe man Anzeige erstattet. «Mit den Abklärungen der Strafverfolgungsbehörden soll lückenlose Klarheit geschaffen werden.»

Für den Geschäftsführer war die Sache erledigt

Zu der Höhe der mutmasslichen Veruntreuung und zur Frage, ob der ehemalige Geschäftsführer das Geld zurückbezahlt hat, nimmt Gysin mit Rücksicht auf das laufende Verfahren nicht Stellung.

Der Anwalt des ehemaligen Geschäftsführers hält in einer Stellungnahme gegenüber der Neuen LZ fest, sein Mandant sei davon ausgegangen, dass die Sache erledigt sei. Ende 2011 seien die gegenseitigen Forderungen bereinigt worden. Überdies habe der Mann in anderen Bereichen weiter für Otto Ineichen gearbeitet.

Die Stiftung Speranza war 2008 auf Initiative von Nationalrat Otto Ineichen gegründet worden. Sie engagiert sich für die Ausbildung und die Integration von Jugendlichen und neuerdings auch von älteren Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt. 2009 erhielt Ineichen von der Jugendsession dafür den Prix Jeunesse, ein Jahr später wurde er zum Politiker des Jahres gewählt. (sda)