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STRAFVERFOLGUNG: 3600 mehr Fälle für die Staatsanwaltschaft

Die Luzerner Staatsanwaltschaft hat 2013 47'000 Fälle bearbeitet – so viele wie noch nie. Gemäss dem Jahresbericht prügelten sich die Jugendlichen häufiger und der typische Luzerner Raser ist 31 Jahre alt und ohne Migrationshintergrund.
Einen markanten Anstieg der Fälle gab es auch im Strassenverkehr. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Einen markanten Anstieg der Fälle gab es auch im Strassenverkehr. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Das Geschäftsjahr 2013 schrieb bezüglich der Fallbelastung einen neuen Rekord. Noch nie gingen in der Geschichte der Luzerner Strafverfolgungsbehörde so viele Fälle bei der Staatsanwaltschaft ein wie im Jahr 2013. Mit rund 47’000 Fällen liegt man weit über dem Höchststand vom Jahr 2010 mit 45'500 Falleingängen. Gegenüber dem Vorjahr ist es sogar eine Zunahme von rund 3'600 Fällen (+8%). Von einem generellen Trend will Oberstaatsanwalt Daniel Burri nicht sprechen, wie er an einer Medienkonferenz sagte. Es könne sich auch um eine statistische Schwankung handeln, erklärte er.

Anstieg besonders Strassenverkehrsgesetz und der Jugendgewalt

Nebst einem deutlichen Anstieg bei den Übertretungen im Strassenverkehr und von Schwarzfahrern im Speziellen, kamen bei den Delikten gegen Leib und Leben weniger Straftaten zur Anzeige. Leicht rückläufig waren die Zahlen auch bei den Betäubungsmitteldelikten und Vermögensdelikten.

Bei der Jugendanwaltschaft ist nach mehreren Jahren erstmals ein leichter Anstieg der Fallzahlen feststellbar. «Nachdem die Anzahl Fälle seit dem Jahr 2008 kontinuierlich zurückgegangen sind, haben wir im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von rund 7% zu verzeichnen. Diese Entwicklung aller Fallzahlen bildet noch keinen Trend ab, muss aber beobachtet werden», teilt die Luzerner Staatsanwaltschaft mit.

Intensives Jahr mit vielen Herausforderungen

Das Jahr 2013 war für die Staatsanwaltschaft auch ein Jahr der besonderen Ereignisse und umfassenden Straffällen. Dazu gehörten diverse Untersuchungen im Bereich der Wirtschafts- und Drogenkriminalität, die sehr zeitaufwendig und komplex sind. Aussergewöhnlich waren aber auch die Verfahren gegen Angehörige der Luzerner Polizei und das tragische Ereignis rund um den Vorfall in der Firma Kronoswiss in Menznau. «Die auf den 01.07.2013 vom Kantonsrat bewilligte Aufstockung von weiteren Stellen in der Staatsanwaltschaft war dringend notwendig und zeigte bei der erhofften Beschleunigung der Verfahren bereits positive Wirkung», heisst es in der Mitteilung weiter. So hätten verschiedene Verfahren schneller durchgeführt und zum Abschluss gebracht werden können. Für 2014 werde eine noch höhere Erledigungsquote angestrebt. Im Trend würde die Zahl eingehender Fälle auch in den kommenden Jahren eher zunehmen, sagte der Oberstaatsanwalt.

Im vergangenen Jahr führte die Staatsanwaltschaft auch 15 Verfahren gegen Polizisten. In 12 davon wurden Ordnungshütern Amtsmissbrauch und Fehlverhalten im Dienst vorgeworfen. Diese Verfahren wurden jedoch alle eingestellt. 3 Polizisten erhielten einen Strafbefehl, weil sie privat etwa im Verkehr gegen das Gesetz verstiessen.

Der typische Raser war 31-jährig und Schweizer

Seit Anfang 2013 werden in der Schweiz Raser härter angepackt. Als Raser gilt, wer auf der Autobahn bei erlaubten 120 km/h über 200 km/h fährt oder wer ausserorts statt höchstens 80 km/h mit über 140 km/h unterwegs ist. Als Raser gilt auch, wer vorsätzlich das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht, also Rennen fährt oder riskant überholt.

Von den 15 Rasern im Kanton Luzern im vergangenen Jahr stammten zehn aus der Schweiz und hatten keinen Migrationshintergrund, wie die Luzerner Staatsanwaltschaft am Mittwoch bekannt gab. Zwei Raser stammten aus Portugal und je einer kam aus Serbien, Italien und Kosovo.

Die Betroffenen waren zwischen 20 und 59 Jahren alt. Mehr als die Hälfte war über 30-jährig. Die Zahlen würden eine Momentaufnahme darstellen, sagte der Luzerner Oberstaatsanwalt Daniel Burri an einer Medienkonferenz. Sie würden jedoch für 2013 dem gängigen Klischee «des rasenden Junglenkers aus dem Balkan» widersprechen.

In 9 der 15 Fällen wurde den Rasern der Ausweis sofort auf unbestimmte Zeit - mindestens jedoch für zwei Jahre - weggenommen. Ihnen droht zudem eine Freiheitsstrafe von einem bis vier Jahren. Ausserdem können nach groben Verkehrsregelverletzungen ihre Autos eingezogen werden.

Um den Führerausweis wieder zu erhalten, müssen die Betroffenen mit einem verkehrspsychologischen Gutachten ihre Fahreignung nachweisen.

pd/shä/sda

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