STRAFVOLLZUG: Wauwilermoos: «Keine groben Verfehlungen»

Ende Februar 2009 haben sich die Gefangenen der Strafanstalt Wauwilermoos bei zwei Stellen beschwert. Mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt.

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Die Strafanstalt im Wauwilermoos in Egolzwil. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Die Strafanstalt im Wauwilermoos in Egolzwil. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

In den Beschwerden wurden die medizinische Versorgung bei einem Unfall oder einer Krankheit, die «schikanöse» Behandlung bei Abwesenheit des Direktors und die Zugangsmöglichkeiten zur Aufsichtskommission kritisiert.

Optimierungsbedarf geortet
Die Aufsichtskommission der Strafanstalt Wauwilermoos und die Leiterin der Dienststelle Militär, Zivilschutz und Justizvollzug haben sich der Beschwerde angenommen und die Vorwürfe untersucht, wie die Staatskanzlei mitteilt. Dazu seien «umfangreiche» Akten studiert und «zahlreiche» Gespräche mit Mitarbeitenden und Gefangenen geführt worden. Nach «sorgfältiger» Klärung kommen die Aufsichtskommission und die Leiterin der Dienststelle Militär, Zivilschutz und Justizvollzug zum Schluss, dass «keine groben Verfehlungen» vorliegen. Es habe sich jedoch gezeigt, dass vor allem in der medizinischen Betreuung gewisse Prozesse optimiert werden können. Ebenso hat sich gezeigt, dass ein Grossteil der Gefangenen bei der Verhängung von Sanktionen kein Verständnis für eine individuelle Einschätzung des jeweiligen Sachverhalts haben.

Gefängnisangestellte flankieren
Nun soll geprüft werden, ob die Ausbildung des Aufsichtspersonals im medizinischen Bereich verbessert werden kann, die medizinischen Akten bei Austritt aus dem Vollzug dem Hausarzt des Gefangenen zugestellt werden können und die Sanktionierungen vermehrt schematisiert erfolgen sollen. Man werde sich zudem dafür einsetzen, dass weiterhin die notwendigen Mittel für Schulungs- und Unterstützungsmassnahmen der Mitarbeitenden der Strafanstalt Wauwilermoos für die Erfüllung ihrer Aufgabe bereitgestellt werden. Diese sei «anspruchsvoll»: Einerseits wird von ihnen erwartet, dass Sie betreuen und helfen, andererseits sind sie zur Kontrolle der Gefangenen verpflichtet. Diese Kombination von zwei verschiedenen Rollen sei schwierig und könne belastend sein.

scd