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In der Stadt Luzern sollen die Strassen zu Flaniermeilen werden

Die Stadt Luzern strebt eine Umgestaltung ihrer wichtigsten Verkehrsachsen an. Auf diesen soll unter anderem die Geschwindigkeit verringert werden – auch ohne Einführung von Tempo 30.
Stefan Dähler

Alleen und breite Trottoirs, die zum Flanieren einladen – so sollen Luzerns Hauptstrassen künftig gestaltet sein. Der Stadtrat hat im Rahmen des Bericht und Antrags «Attraktive Luzerner Innenstadt» unter anderem die Vision der «repräsentativen Stadtachsen» festgehalten. Diese umfasst die Pilatus-, Obergrund-, Basel-, Bern-, Luzerner-, Zentral-, Tribschen-, Bundes-, Alpen-, Löwen-, Halden- und Zürichstrasse sowie die Seebrücke und den Schweizerhofquai (siehe Karte).

Was ist mit «repräsentativ» gemeint? «Die Strassen werden so umgestaltet, dass man beim Flanieren oder Durchfahren sieht, dass man sich in der Stadt Luzern befindet», sagt Jael Huwiler, Projektleiterin in der Abteilung Stadtplanung der städtischen Baudirektion. Neben den erwähnten Alleen und breiteren Trottoirs ist auch eine «publikumsorientierte Erdgeschossnutzung» in den angrenzenden Gebäuden wichtig – also Restaurants, Bars oder Läden.

Längere Grünphasen bei Ampeln für Fussgänger

«Grundsätzlich ist es ein siedlungsorientiertes Konzept», sagt Huwiler. «Das heisst, das Netz für Fussgänger soll möglichst dicht und durchgängig sein.» Die Trennwirkung durch eine Strasse soll also minimiert werden, etwa durch längere Grünphasen an Lichtsignalanlagen für Fussgänger und weniger breite Strassen zu Gunsten des Trottoirs.

Welche Strassen erfüllen diese Kriterien heute schon? «Ansatzweise ist das bei der Zentralstrasse und der Pilatusstrasse der Fall», sagt Huwiler. «Dort gibt es Alleen, Läden und bei der Pilatusstrasse auch breite Trottoirs», sagt Huwiler. Jedoch trennt die Strasse die Siedlung praktisch in zwei Hälften. «Für Fussgänger dauert es zu lange, auf die andere Seite zu gelangen.»

Künftig soll es in Luzern mehr breite Trottoirs wie an der Pilatusstrasse geben. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juni 2018)

Künftig soll es in Luzern mehr breite Trottoirs wie an der Pilatusstrasse geben. (Bild: Philipp Schmidli, 1. Juni 2018)

Weiter sind gemäss Bericht und Antrag «der Stadt gerechtere Geschwindigkeiten» vorgesehen. Bedeutet dies Tempo 30? Schliesslich sieht auch die kürzlich vorgestellte Mobilitätsstrategie Tempo 30 auf Hauptachsen vor (Ausgabe vom 29. Mai). «Allerdings nur aus Lärmschutz- oder Sicherheitsgründen», wendet Huwiler ein. Wo dies nicht zutreffe, könne man aber versuchen, durch eine Umgestaltung der Strasse das effektiv gefahrene Tempo auch ohne Herabsetzung des Limits zu verringern. Eine Möglichkeit sind, wie erwähnt, weniger breite Strassen.

«Das grundsätzliche Ziel ist, den Strassenraum zugunsten des Fussverkehrs umzugestalten.»

Besteht jedoch nicht das Risiko, dass es so mehr Staus gibt oder Velo- und Busspuren wegfallen? «Diese Fragen müssten bei der Erarbeitung einer konkreten Umgestaltung geklärt werden», sagt Huwiler. Wo man welche Massnahmen umsetzen will, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch offen. «Es haben verschiedene Nutzer Anspruch an den Strassenraum, daher müssen die Interessen jeweils abgewogen werden. Das grundsätzliche Ziel ist, den Strassenraum zugunsten des Fussverkehrs als Stadt-belebende Nutzergruppe umzugestalten. Inwieweit das jeweils möglich ist, wird sich zeigen.» Vorgesehen ist, dass bei der Erarbeitung konkreter Projekte Vertreter verschiedener Nutzergruppen in einem partizipativen Prozess einbezogen werden.

Stadt ist auf den Kanton angewiesen

Um die angestrebten Umgestaltungen umzusetzen, ist die Stadt jedoch auf den Kanton angewiesen. Bei allen im Konzept erwähnten Stadtachsen handelt es sich um Kantonsstrassen – Ausnahme ist die Tribschenstrasse. Abklärungen mit dem Kanton hätten noch keine stattgefunden, so Huwiler.

Derzeit warte man noch ab, wie es mit dem Bericht und Antrag «Attraktive Luzerner Innenstadt» weitergeht. Dieser ist von der Baukommission bekanntlich an den Stadtrat zurückgewiesen worden (wir berichteten). Im Bericht und Antrag geht es jedoch primär um Fragen der Carparkierung und der Aufwertung der Innenstadt im engeren Sinn. Ein Zeitplan oder eine Kostenschätzung für die Umsetzung der «repräsentativen Stadtachsen» existiert daher noch nicht.

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