Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

STRASSENBAU: Kritik an Umfahrung Meierhöfli

Der Kanton Luzern will zwei Emmer Strassenprojekte schneller als geplant realisieren. Wovon andere Gemeinden träumen, freut in Emmen nicht alle.
Olivia Steiner
Diese beiden Umfahrungen sind geplant. (Bild: Neue LZ)

Diese beiden Umfahrungen sind geplant. (Bild: Neue LZ)

«Enttäuscht, konsterniert, frustriert». Mit diesen Worten beschrieb Pius ­Höltschi vom Verband Idee Seetal seine Befindlichkeit, nachdem der Kanton das Strassenbauprogramm 2015 bis 2018 vorgestellt hatte. Sein Problem: Die Umfahrung Seetal wurde von Topf B in Topf C zurückgestuft. Ebenfalls nicht ganz zufrieden mit dem sich nun in der Vernehmlassung befindenden Strassenbauprogramm ist die Emmer SVP – jedoch aus ganz anderen Gründen. Der Kanton hat die Umfahrung Meierhöfli nun von Topf C in den Topf B befördert. Zur Erinnerung: Topf A heisst Realisierung bis 2018, Topf-B-Projekte sollen in den nächsten Jahren geplant werden, während die Planung von Projekten in Topf C zeitlich nicht festgelegt ist.

«Die Umfahrung Meierhöfli bringt mehr Schaden als Nutzen», sagte aber der Emmer SVP-Einwohnerrat Patrick Schmid an der letzten Parlamentsdebatte. Damals hatte das Parlament einen Vorstoss der Grünen, der eine rasche Umsetzung der Umfahrung forderte, nicht überwiesen (siehe Box).

Kosten von 70 Millionen Franken

Das Projekt sieht vor, den Durchgangsverkehr, der vom Seetalplatz via Seetalstrasse in Richtung Emmen Dorf und Waldibrücke fliesst, über die Reussegg­strasse umzuleiten. Wie das konkret aussehen soll, ist aber offen – ein Bauprojekt liegt noch nicht vor.

Im gleichen Projekt ist die Umfahrung Emmen Dorf enthalten, die folglich ebenfalls von Topf C in Topf B befördert wurde. Dabei ist vorgesehen, Emmen Dorf mit einer neuen, zweispurigen Strasse auf der Seite des Flugplatzes zu umfahren (siehe Grafik). Die Kosten der Umfahrungen werden auf rund 70 Millionen Franken geschätzt. Deren Ziel ist im Agglomerationsprogramm 2015–2018 so festgehalten: «Dank dem Wegfall des Durchgangsverkehrs wird die Siedlungsqualität von Emmen markant aufgewertet, und der öffentliche Busverkehr profitiert von den wegfallenden Behinderungen. Das Busangebot muss wegen des wachsenden Arbeitsplatzgebietes ausgebaut werden.» Dank weniger Stau sollen die Verlagerung auf den ÖV gefördert, die Verkehrssicherheit verbessert und die Belastung durch Lärm und Schadstoffe reduziert werden.

Gemeinde steht hinter Projekt

Auf der Seetalstrasse sind täglich über 20 000 Fahrzeuge unterwegs. Den Durchgangsverkehr weggerechnet, sind es noch immer 13 000. Daher bringe eine Sperrung für den Durchgangsverkehr nicht viel, argumentiert die SVP. Im Gegenteil: «An der Seetalstrasse liegt ein grosser Teil des Emmer Gewerbes.» Diesem nun Hindernisse in den Weg zu legen, sei nicht zielführend. Schmid: «Alle Parteien haben einen Vorstoss wegen der zeitlich begrenzten Sperrung der Reusseggstrasse eingereicht. Jetzt scheint es kein Problem zu sein, eine Hauptachse permanent zu sperren.» Dies führe dazu, dass Autofahrer Umwege in Kauf nehmen müssten. «Die Reusseggstrasse ist heute schon überlastet. Dieser Mehrverkehr hätte wohl einen massiveren Ausbau zur Folge», so Schmid. Der Emmer Bauvorsteher Josef Schmidli sagt auf Anfrage: «Wir vom Gemeinderat finden beide Projekte nach wie vor sinnvoll. Es bringt eine klare Verkehrsentlastung, auch wenn diese im Abschnitt Meierhöfli nicht ganz so gross ist wie ursprünglich gehofft und die trennende Wirkung, welche die Strasse im Quartier verursacht, nicht entscheidend aufgehoben werden kann.» Zentral sei aber, nicht einzelne Projekte vorzuziehen, sondern die Achse Emmen Dorf, Meierhöfli und Seetalplatz aufeinander abzustimmen. «Auch muss der Ziel- und Quellverkehr weiterhin flüssig fahren können. Hingegen soll der Transitverkehr nicht mehr durch Emmen Dorf und das Meierhöfli führen», so Schmidli.

Parlament lehnte Vorstoss ab

Monique Frey von den Grünen forderte in einem Postulat, der Gemeinderat solle sich beim Kanton für die schnelle Umsetzung der Umfahrung Meierhöfli einsetzen. Der Gemeinderat wäre bereit gewesen, den Vorstoss teilweise entgegenzunehmen. Das Parlament jedoch sprach sich dagegen aus, obwohl die Fraktion SP/Grüne/GLP und Teile der FDP das Postulat überweisen wollten. Die SVP votierte dagegen, weil sie das Projekt für kontraproduktiv hält (siehe Haupttext). Einwohnerrat Thomas Barbana (FDP) sagte in seinem Votum: «Die FDP unterstützt die Entlastung der Seetalstrasse.» Es müsse aber ein Gesamtkonzept mit dem Kanton erarbeitet werden, unter Berücksichtigung der Arbeiten am Seetalplatz. CVP-Einwohnerrat Christian Meister sprach sich gegen den Vorstoss aus. «Wir bekommen nun den Seetalplatz und haben noch weitere, für uns dringlichere Projekte im Topf B. Wir sind überzeugt, dass auf unserer Wunschliste nicht noch mehr Emmer Projekte fett geschrieben werden sollten.» Die CVP befürworte das Projekt, nicht aber ein zusätzliches Forcieren.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.