STRASSENFASNACHT: Was kommt hier denn angerollt?

Bunt und martialisch geht es in der Luzerner Altstadt zu und her. Den Fasnächtlern ist keine Mühe zu gross, spektakuläre Gefährte zu bauen.

Matthias Stadler (text) und Philipp Schmidli (bilder)
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Minnie kämpft für den Erhalt der SBB-Minibar. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Minnie kämpft für den Erhalt der SBB-Minibar. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Beim Weinmarkt in der Luzerner Altstadt rollte gestern eine einsame «EssBeBe»-Minibar herum. Deren Inhaberin heisst Minnie (Bar) und kämpft für den Erhalt der SBB-Antiquität. Die Bundesbahnen machen der rollenden Bar voraussichtlich Ende 2017 den Garaus. «Jetzt müssen wir halt auf der Strasse anschaffen», sagt Minnie trotzdem kämpferisch. Hinter dem Kostüm steckt Beat Berni aus Kriens, der seit 25 Jahren an der Luzerner Fasnacht dabei ist.

Orange fällt auf

In der Weggisgasse wird derweil zum Küssen aufgefordert. Der Klassiker «Kiss» des Sängers Prince erklingt aus dem an einer Vespa befestigten Lautsprecher. Beim Gefährt befindet sich das Duo «Afro Music Power»: «Wir wollen etwas Zeitloses darstellen», erklären Romy Mathis und René Brand. Mit ihren leuchtenden Schuhen, dem orangen Gwändli und der Vespa sind sie aber nicht nur zeitlos, sondern fallen sogar an der Luzerner Fasnacht auf.

«Wir sind gekommen, um die starken Frauen zu erobern», posaunen etwas später zwei Wikinger von ihrem Schiff – «und auch den Whisky». Halvar und Wicki – geschrieben mit ck, darauf wird Wert gelegt – haben sich den Kornmarkt als Schlachtplatz ausgesucht. Extra aus dem dänischen Roskilde seien sie angereist, wie echte Wikinger halt, aber ihr lupenreines Schweizerdeutsch verrät sie eben doch.

Ebenfalls kriegerisch geht es auf dem Schwanenplatz zu und her. Dort haben sich Liebhaber der «Mad Max»-Filme ausgebreitet. In einem beeindruckenden Kriegsauto sind sie angereist und lehren damit Fasnächtler und Touristen gleichermassen das Fürchten – oder begeistern sie. Der Ebikoner Verein Risorius hat keinen Aufwand für das Sujet gescheut: «Seit September haben wir gut 250 Stunden in den Bau des Fahrzeugs investiert», erklärt Vereinspräsident Michael Bass.

Suche nach dem neunten Planeten

Ein Hingucker ist auch das Geuenseer Astronautenteam. Pluto wurde bekanntlich zu einem Zwergenplaneten degradiert, wodurch sein Platz in unserem Sonnensystem frei wurde. «Wir suchen diesen neunten Planeten und wollen dort am Aschermittwoch landen», sagt Astronautin Jeannine Bienz, die mit ihrer Familie im August begann, an der Raumfähre zu basteln. Auch Sohnemann Tim freut sich auf den Flug, er möchte einmal «weit weg von der Welt» sein.
 

Matthias Stadler

Wildes Sujet (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
30 Bilder
Guuggenmusig zieht über den Rathaussteg. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Drei Fasnächtler sitzen in Handtaschen vor der Kapellbrücke in Luzern. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Ein als Clown verkleideter Fasnächtler spielt Tschinellen. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Ein Fasnächtler zieht mit seiner langen Zunge durch die Altstadt in Luzern. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Meimei! (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Fasnächtler verkleidet als iPhones stehen auf der Kappelerbruecke beim grossen Umzug. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Die - echten - Uniformen stammen aus Dübendorf, die strammen Kerle aus dem Freiamt. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Armin «gförchig», unterwegs an der Fasnacht. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Jürg aus Luzern mit dem Motto: «Wir reisen durch die Fasnacht», fotografiert am Grendel. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Marion aus Adligenswil, unterwegs als Eisprinzessin: «Alles ist selber genäht». (Bild: Online-Team Neue LZ)
Sonnenkrieger in Luzern! (Bild: Online-Team Neue LZ)
Chinesische Verkleidung in Luzern. Peace! (Bild: Online-Team Neue LZ)
Zwei Harlekins in Weiss flanieren durch die Kornmarktgasse. Lözärner? Nei, Stanser. Und sie wären zu acht unterwegs, wenn man sich wiederfände. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Fabian und Sascha aus Luzern: «Zägg do semmer weder». (Bild: Online-Team Neue LZ)
In einer Stunde von Huttwil nach Luzern. Die beiden Betagten auf Hafturlaub hats heftig an die Fasnacht gezogen.. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Zwei gestiefelte Katerinnen mit Touristen: Ihr dritter Gespan, ein Kater, muss tagsüber arbeiten. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Wir haben fertig gefischt. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Pirmin von den Mölibachgeischter Adlige mit dem Motto «Jung, verdammt, tüüflisch guet ond knackig». (Bild: Online-Team Neue LZ)
Sorry, can we take a pictel? (Bild: Online-Team Neue LZ)
ROOOAR! (Bild: Online-Team Neue LZ)
Reudi Walpen aus Stans am Güdismontag in Luzern. Sein Motto: Haushaltshilfe, netter Pensionär. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Wildsau im Armeemantel. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Die Zäche Chöge Lozärn ziehen durch die Weggisgasse. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Gfüchrig schön... (Bild: Online-Team Neue LZ)
Träumeler-Musig Ebikon beim Auftritt am Schwanenplatz. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Zwei Clowns mit Nuggis. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Kleiner Wikinger mit kleiner Trommel. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Drei (alte?) Hasen gönnen sich eine Pause. (Bild: Online-Team Neue LZ)
Blick von der Kapellbrücke auf das närrische Treiben. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Wildes Sujet (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Sie wollen mit ihrem Schiff Frauen erobern. (Bild: Philipp Schmidli / Neue  LZ)

Sie wollen mit ihrem Schiff Frauen erobern. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Das Duo Afro Music Power setzt auf knallige Farben. (Bild: Philipp Schmidli  / Neue LZ)

Das Duo Afro Music Power setzt auf knallige Farben. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Hoffentlich finden die Astronauten Plutos Nachfolger. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Hoffentlich finden die Astronauten Plutos Nachfolger. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Der Verein Risorius trumpft mit «Mad Max»-Auto auf. (Bild: Philipp Schmidli  / Neue LZ)

Der Verein Risorius trumpft mit «Mad Max»-Auto auf. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)