STRASSENINSPEKTOR: Die Stadt zahlt für Gratiszeitungen

Die Gratispresse ist für die Steuerzahler nicht gratis: Die Stadt muss die Blätter entsorgen. Das will das Strasseninspektorat nicht länger hinnehmen.

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Gratiszeitungen sind nur scheinbar gratis, verursachen sie doch bei der Entsorgung immense Kosten (gestellte Szene). (Bild Markus Forte/Neue LZ)

Gratiszeitungen sind nur scheinbar gratis, verursachen sie doch bei der Entsorgung immense Kosten (gestellte Szene). (Bild Markus Forte/Neue LZ)

In Luzern buhlen bereits drei Gratiszeitungen um die Gunst der Leser: «20 Minuten», «Cash daily» und «.ch». Das hat im öffentlichen Raum Folgen: «Wir stellen fest, dass Gratiszeitungen im öffentlichen Raum liegen bleiben. Das ist störend und hat für uns einen Mehraufwand zur Folge», sagt Luzerns Strasseninspektor Bernhard Jurt. Wie hoch die Kosten für die Entsorgung der liegen gebliebenen Gratispresse ist, war beim Strasseninspektorat nicht in Erfahrung zu bringen. Jurt sagt: «Im Vergleich zu Bern oder Zürich, wo gar fünf Gratisblätter aufliegen, ist das Problem bei uns zwar nicht so eklatant. Aber wenn die Zeitungsdichte weiter zunimmt, wird das zu einem grossen Ärgernis.»

Um diesem Ärgernis vorzubeugen, unterstützt Jurt das Engagement des Schweizerischen Städteverbandes. Dieser strebt laut Jurt in erster Linie eine freiwillige Branchenlösung mit den Pressebetrieben an. «Sollte es zu keiner Einigung kommen, wird sich der Städteverband aufs Umweltschutzgesetz berufen und im Sinne der Verursachergerechtigkeit eine vorgezogene Entsorgungsgebühr aufs politische Parkett bringen», so Jurt. Der Direktor des Schweizerischen Städteverbandes, Urs Geissmann, schätzte eine entsprechende Gebühr in einer Sendung von «10 vor 10» auf rund 2 Rappen pro Zeitungsexemplar.

Tobias Lang

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.