STRASSENMUSIK: CVP will Kinder besser schützen

Immer wieder spielen Kinder und Jugendliche als Strassenmusikanten in der Stadt und betteln um Geld. Die CVP fordert Massnahmen.

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Strassenmusiker Roman (17) aus der Slowakei auf der Seebrücke in Luzern. (Bild Eveline Bachmann/NeueLZ)

Strassenmusiker Roman (17) aus der Slowakei auf der Seebrücke in Luzern. (Bild Eveline Bachmann/NeueLZ)

Strassenmusiker sind in der Stadt Luzern nichts Aussergewöhnliches. Was bisher aber kaum auffiel: Auch Kinder und Jugendliche musizieren und betteln auf den Strassen. Dies jedenfalls beobachtet CVP-Grossstadtrat Silvio Bonzanigo in letzter Zeit vermehrt und gelangt deshalb mit einem Postulat an den Stadtrat. Ziel: Die Situation dieser Kinder analysieren und falls möglich verbessern. «Auch wenn dies kein leichtes Unterfangen ist», so Bonzanigo.

Bildungsentzug, Gesetzesverstoss
Die musizierenden und bettelnden Kinder sind kein spezifisches Luzerner Phänomen. «Solche Kinder gibt es in fast jeder grösseren Schweizer Stadt», so Bonzanigo. Deshalb fordert er in seinem Postulat, dass die Problematik in der Städteinitiative Sozialpolitik und der Städteinitiative Bildung Volksschule also zusammen mit anderen Städten angepackt wird. «Es ist anzunehmen, dass den Kindern durch diese Darbietungen die schulische Bildung weitgehend entzogen wird und dass die Schutzbestimmungen des Kinderarbeitsverbotes verletzt werden», sagt Bonzanigo. Würden die Kinder nicht freiwillig musizieren, grenze dies an Kinderarbeit.

Netzwerke und Familienclans

Präsident der Städteinitiative Sozialpolitik ist der Luzerner Stadtrat und Sozialdirektor Ruedi Meier. Unter seiner Federführung wird derzeit die Antwort auf das CVP-Postulat erarbeitet. «Es ist offensichtlich, dass viele Kinder von ihren Eltern dazu angehalten werden, auf der Strasse zu betteln», sagt Meier. Meist handle es sich dabei um Kinder ausländischer Herkunft, deren Eltern ebenfalls als Strassenmusiker oder Bettler in der Stadt unterwegs seien. «Sie verfügen über ein Touristenvisum und ziehen dann meist durch verschiedene Schweizer Städte, um auf der Strasse zu musizieren und zu betteln.»

Es gebe Familienclans, zum Teil auch ganze Netzwerke, welche die Kinder gezielt dafür einsetzen würden, auf der Strasse Geld zu verdienen. «Sie setzen dabei auf den Mitleidsfaktor.» Egal, ob der Stadtrat auf die CVP-Forderung eintrete oder nicht, «der Vorstoss kann Anlass sein, endlich einmal über dieses Thema zu sprechen», so Meier. «Das allein ist schon positiv.»

Pascal Imbach

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.