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STRASSENPROJEKTE: Bypass und Spange Nord: Bilden Luzern und Kriens eine Allianz?

Die meisten Gemeinden in der Region befürworten die Strassenprojekte, nur Luzern und Kriens üben Kritik. Gemeinsam könnten sie sich mehr Gehör verschaffen, doch ihre Interessen sind nicht dieselben.
So soll das Tunnelportal in Kriens (Portal Grosshof) dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So soll das Tunnelportal in Kriens (Portal Grosshof) dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Die Strasse soll in den Tunnel – in diesem Punkt sind sich die Gemeinde Kriens und die Stadt Luzern einig. Kriens kritisiert die vom Bund geplante, 1,7 Milliarden Franken teure Autobahn Bypass und fordert, dass diese vom Sonnenbergtunnel bis zur Arsenalbrücke überdacht werden soll. Der Stadt Luzern geht es um den vom Kanton geplanten vierspurigen Zubringer Spange Nord, der rund 200 Millionen Franken kosten soll.

Eigentlich könnten Kriens und Luzern zusammenspannen, um ihren Forderungen mehr Gehör zu verschaffen. Doch während die Stadt die Spange Nord kritisiert und mit der Option liebäugelt, das Projekt vom Bypass zu entkoppeln (Ausgabe vom 15. Dezember), ist die Spange für den Krienser Gemeinderat zwingend. «Nur den Bypass ohne Spange zu realisieren, wäre für Kriens der schlechteste Fall», sagt Gemeindepräsident Cyrill Wiget (Grüne). «Mit der Spange Nord wurde uns immerhin eine durchgehende Busspur bis ins Stadtzentrum sowie die Entlastung von Obergrund- und Pilatusstrasse versprochen. Fällt das auch weg, stellt sich die Frage, welchen Nutzen der Bypass für die Agglomeration, insbesondere Kriens, überhaupt noch hätte.» Diesbezüglich sei man sich mit der Stadt «leider» nicht ganz einig.

«Gespräche könnten zum Thema werden»

Dass Kriens und Luzern zusammenspannen, sei dennoch denkbar. «Im Gemeinderat werden wir noch diskutieren, wie und in welcher Form wir die Stadt unterstützen können bei der Optimierung der Siedlungsverträglichkeit. Wir können ja nicht einen siedlungsverträglichen Bypass fordern und dann sagen, die Spange Nord soll ohne Rücksicht aufs Quartier gebaut werden», sagt Wiget.
Ähnlich klingt es bei der Stadt: «Natürlich ist der Krienser Fokus auf den Bypass ein anderer als unserer mit der Spange Nord», sagt Verkehrsdirektor Adrian Borgula (Grüne). Dennoch sei die Stadt der Ansicht, dass auch die Anliegen der Gemeinde Kriens berücksichtigt werden müssen. Dies habe der Stadtrat auch so in der Vernehmlassung zur Spange Nord im vergangenen Jahr festgehalten. Eine Zusammenarbeit mit Kriens sei bisher noch nicht geplant, könne aber später noch zur Option werden.

Immerhin seien die Forderungen von Kriens und Luzern vom regionalen Entwicklungsträger Luzern Plus besser aufgenommen worden. Mit der Haltung von Luzern Plus sei man in der Vergangenheit nicht immer glücklich gewesen. «Bei der Vernehmlassung wurden unsere Anliegen zu wenig berücksichtigt», sagt Borgula. «Natürlich muss ein Verband die Mehrheitsmeinung weitergeben, doch er kann die Standortgemeinden nicht einfach übergehen.»

Rontal will vorwärts machen

Welche Haltung nimmt Luzern Plus nun bei Bypass und Spange Nord ein? «Wir sind für eine erträgliche Lösung in beiden Fällen, doch es ist von zentraler Bedeutung, dass auch beide Projekte realisiert werden», sagt Geschäftsführer Kurt Sidler. «Sie bilden ein Paket mit weiteren Massnahmen, etwa zu Busförderung, das man nicht zerpflücken soll. Nur so ist die Verkehrszunahme in Zukunft zu bewältigen.»

Damit versucht Luzern Plus, allen Mitgliedsgemeinden gerecht zu werden, was aber nicht einfach ist. Dem Verband gehören schliesslich 25 Gemeinden an. «Die meisten davon, insbesondere die Rontaler Gemeinden, wollen, dass es schnell vorwärts geht mit Spange Nord und Bypass, da der Knoten Schlossberg ausgebaut werden soll», sagt Sidler. Dies zeigt auch der Brief, den die Rontaler Gemeinden an den Regierungsrat gerichtet haben. In diesem betonen sie, dass die Bedeutung der Strassenprojekte über die Interessen einzelner Gemeinden hinausgehe ( Ausgabe vom 19. Dezember ). «Andererseits sind Luzern und Kriens zwei sehr wichtige Mitglieder im Verband, es soll auch für die beiden stimmen», sagt Sidler.

Die grosse Frage ist, was geschieht, wenn die Forderungen von Kriens oder Luzern nicht erfüllt werden und sich eine oder beide Gemeinwesen gegen Bypass beziehungsweise Spange Nord stellen. Welche Haltung Luzern Plus dann einnehmen wird, kann Sidler heute noch nicht sagen. «Falls dies eintrifft, müssten wir die Lösungsansätze intern analysieren.»

So sieht die Situation in Kriens heute aus. (Bild: Nadia Schärli)

So sieht die Situation in Kriens heute aus. (Bild: Nadia Schärli)

Bild: Quelle: Kanton Luzern, Grafik: Janina Noser

Bild: Quelle: Kanton Luzern, Grafik: Janina Noser

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