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Das Luzerner Megaprojekt Bypass wird vorangetrieben

Jetzt ist es definitiv: Das Nationalstrassenprojekt Bypass ist im Ausbauschritt 2019 des Bundes enthalten. Bis 2030 dürfte es realisiert werden. Die lokalen Unstimmigkeiten in Luzern sind aber noch längst nicht geklärt.
Gabriela Jordan
Der Bund will den Verkehr entlasten: Das Schweizer Autobahnnetz wird bis 2040 weiter ausgebaut. (Bild: Pius Amrein)

Der Bund will den Verkehr entlasten: Das Schweizer Autobahnnetz wird bis 2040 weiter ausgebaut. (Bild: Pius Amrein)

Zwei Grossprojekte sollen die Verkehrsprobleme in der Region Luzern lösen: der Durchgangsbahnhof und die Autobahnumfahrung Bypass samt Zubringerstrasse Spange Nord. Beide Projekte sind seit Jahren in Planung, definitiv entschieden war bisher aber noch keines davon. Das hat sich jetzt geändert. Denn während es mit dem Vorantreiben des Durchgangsbahnhofs noch immer harzt, soll der Bypass nun bereits bis 2030 ­realisiert werden. Das hat der Bundesrat am Mittwoch bekanntgegeben. Ebenfalls in diesem Ausbauschritt enthalten sind die Erweiterung des Autobahnabschnittes Rotsee–Buchrain, die Engpassbeseitigung im Raum Crissier (VD) und die Umfahrung Le Locle (NE). Der A14-Abschnitt Buchrain–Rütihof soll hingegen erst bis 2040 realisiert werden und die Erweiterung Sarnen Nord–Alpnach–Lopper nach 2040.

Damit dürfte das 1,5 Milliarden Franken teure Strassenprojekt Bypass schneller realisiert werden als gedacht. Zuvor war nämlich von 2040 die Rede. Der Bund rechnet nun damit, dass der Bypass sowie die drei anderen Bauvorhaben ­innerhalb der nächsten vier Jahre baureif werden. Für die vier Projekte beantragt der Bundesrat dem Parlament einen Kredit von insgesamt 2,267 Milliarden Franken, 1,5 Milliarden davon entfallen auf den Bypass Luzern und den 6-Spur-Ausbau des A14-Abschnitts Rotsee–Buchrain. Gedeckt werden die Kosten über den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF), dem Volk und Stände im Februar vor einem Jahr zugestimmt haben. Die Vernehmlassung für die Vorlage dauert bis zum 30. April.

Leidensdruck und Projektreife waren ausschlaggebend

Aus welchem Grund der Bundesrat den Bypass gegenüber anderen Projekten priorisiert hat, erklärte Bundesrätin und Verkehrsdirektorin Doris Leuthard (CVP). Ausschlaggebend seien der «grosse Leidensdruck» aufgrund der Verkehrssituation in und um Luzern ­sowie die «Reife des Projekts» gewesen. «Der Bypass Luzern ist schon eine lange Geschichte. Wir haben hier fast täglich eine Stausituation. Und weil auch der Agglomerationsverkehr auf der Nationalstrasse stattfindet, ist der Ausbau dringend», sagte sie. Leuthard räumte ein, dass es beim Projekt noch gewisse Fragen zu klären gebe, so die Lärmsituation in Kriens oder die geforderte längere Überdachung des Bypass-Portals in Kriens. Daraufhin fügte sie hinzu, dass dies Fragen im Projekt seien, die «wir aber praktisch gelöst haben».

Diese Aussage dürfte besonders in der Gemeinde Kriens für Stirnrunzeln sorgen. Dort kämpft das Komitee «Bypass – so nicht!», dem sich sämtliche Ortsparteien angeschlossen haben, noch immer vehement für eine längere Überdachung der Autobahn (bis Arsenalstrasse). Erst im Dezember hat zudem der Krienser Einwohnerrat eine Motion überwiesen, in der er den Gemeinderat auffordert, sich engagierter für ein verträgliches Bypass-Projekt einzusetzen.

Stadt und Kanton sind sich weiterhin uneinig

Auch zwischen dem Kanton und der Stadt Luzern sind noch längst nicht alle Unstimmigkeiten zum Projekt aus dem Weg geräumt. Streitpunkt ist nach wie vor etwa die Nordumfahrung für rund 200 Millionen Franken. Während Regierungsrat Robert Küng (FDP) den Nutzen für den ganzen Kanton betont (siehe Kasten), rückt auch die Stadt nicht von ihrer Position ab. Stadtrat Adrian Bor­gula sagt auf Anfrage: «Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Spange Nord der Bevölkerung so nicht zugemutet werden kann.» Im März wird der Kantonsrat über den Planungskredit von 6,5 Millionen entscheiden.

Nebst dem Bypass-Projekt wird ­Luzern zudem als eine von 32 Agglomerationen mit weiteren Bundesbeiträgen unterstützt. Dazu eröffnete der Bund am Mittwoch die Vernehmlassung zum entsprechenden Agglomerationsprogramm. Dieses sieht in Luzern diverse Massnahmen vor wie Buspriorisierungen oder die Bahn-Bus-Verknüpfung Kriens Mattenhof. Die Gesamtkosten für diese Massnahmen von rund 153 Millionen Franken werden dadurch mit rund 54 Millionen Bundesgeldern unterstützt.

Das sind die Projekte bis 2040. (Bild: Oliver Marx)

Das sind die Projekte bis 2040. (Bild: Oliver Marx)

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