STRASSENVERKEHR: Kantonsrat erteilt Gigalinern ein Fahrverbot

Der Luzerner Kantonsrat will nicht, dass künftig riesige Lastwagen auf Schweizer Strassen fahren. Dies erhofft er sich nun auch vom Bund.

Drucken
Teilen
Ein Laster, unterwegs in Erstfeld. (Archivbild Peter Appius/Neue LZ)

Ein Laster, unterwegs in Erstfeld. (Archivbild Peter Appius/Neue LZ)

25 Meter lang, 60 Tonnen schwer: Zwei Kennzahlen von so genannten Gigalinern, die künftig auf Schweizer Strassen unterwegs wären, sollte der Bund sich für diese Lastwagen aussprechen. Der Luzerner Kantonsrat erteilte diesen Gefährten am Dienstag eine deutliche, beinahe einstimmige Abfuhr mit 98 zu 1 Stimmen. Regierungsrätin Yvonne Schärli sprach von einer «seltenen Einigkeit».

Die Kantonsinitiative wird der Bundesversammlung vorgelegt. Der Bund wird damit ersucht, sich gegen die Zulassung von Gigalinern auf Schweizer Strassen einzusetzen.

«Rollende Verkehrshindernisse»
Mit den riesigen Lastwagen, welche mit den VBL-Doppelgelenkbussen der Linie 1 in Luzern vergleichbar sind, könnten deutlich mehr Güter auf der Strasse transportiert werden. Dies würde die Kosten des Strassengüterverkehrs laut Analysen um 20 bis 25 Prozent reduzieren. Alain Greter (Grüne) sprach in seinem Votum von «rollenden Verkehrshindernissen».

Gegner der Riesenlaster berufen sich auf die Alpeninitiative, die eine Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene verlangt. Dies würde mit Gigalinern erschwert. Ein zweiter Punkt betrifft die Sicherheit. Die grösseren Lastwagen hätten mehr Masse und würden so bei einem Unfall mit gleich hoher Geschwindigkeit höheren Schaden anrichten als ein 40-Tönner.

ana