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STREET ART: Stadtrat will bunteres Luzern

Grosse Fassadenmalereien tragen zur Identität eines Quartiers bei, findet die Stadtregierung – und wünscht sich mehr davon. Als «Kunst-Maklerin» soll die Stadt aber nicht auftreten.
Das Fassadenbild an der ehemaligen ABL-Überbauung Himmelrich, welche zu Gunsten eines Neubauprojekts abgerissen wurde. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 26. Februar 2016))

Das Fassadenbild an der ehemaligen ABL-Überbauung Himmelrich, welche zu Gunsten eines Neubauprojekts abgerissen wurde. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 26. Februar 2016))

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Man kennt die Bilder vor allem aus den Grossstädten: Riesige Fassadenmalereien im Graffiti-Stil prägen das Strassenbild beispielsweise in New York oder London. Sie sorgen einerseits für einen «alternativen Touch», setzen aber gerade in trostloseren Gegenden willkommene farbliche Akzente. «Street Art», wie man die Kunstform nennt, ist aber auch in Luzern da und dort zu sehen. Das wohl bekannteste Beispiel ist das Fassadenbild in der Steinenstrasse, welches den Strassenzug optisch verlängert. Die 40 Jahre alte Malerei wurde kürzlich umfassend restauriert (wir berichteten).

Grosse Fassadenbilder gibt es zudem beim Neubad, im Löwengraben und an der ehemaligen Kehrichtverbrennungsanlage Ibach. Für Aufsehen sorgte auch das «Himmelrich-Mädchen», das während weniger Wochen die Fassade der ABL-Siedlung Himmelrich prägte, bevor diese abgerissen wurde (Artikel vom 26. Februar 2016).

Kommission beurteilt künstlerische Qualität

Geht es nach den Linken im Luzerner Stadtparlament, soll es in Zukunft noch mehr solche Strassenmalereien geben. In einem Postulat forderten SP und Grüne, dass sich der Stadtrat für die Förderung von Street Art einsetzen soll. Dieser ist bereit, das Postulat teilweise entgegenzunehmen, wie er in der am Donnerstag veröffentlichten Antwort schreibt. Grosse Fassadenbilder seien oft eine Bereicherung für das Strassenbild und trügen auch zur Identität eines Quartiers bei. Tatsächlich ist etwa am Beispiel der Steinen­strasse zu beobachten, dass sich die Anwohner sehr stark über das Fassadenbild als prägendes Quartiermerkmal identifizieren. Konkret will der Stadtrat die Künstler und Grundeigentümer beim Bewilligungsverfahren aktiver unterstützen als bisher. Für Fassadenmalereien braucht es nämlich jeweils eine Baubewilligung, bei der auch die stadträtliche Kommission für Bildende Kunst ein wichtiges Wort mitzureden hat.

Zudem will der Stadtrat dafür sorgen, dass die Kunstschaffenden besser informiert werden, wenn ein geeignetes Objekt zur Verfügung steht. «Wir sind sehr offen für Ideen. Aber die Akteure sollen jeweils möglichst früh mit uns in Kontakt kommen», sagt dazu die städtische Baudirektorin Manuela Jost (GLP).

Konkrete Massnahmen werden aus dieser Postulats-Antwort allerdings nicht abgeleitet. Sie ist höchstens als Signal an Künstler und Eigentümer zu verstehen, dass der Stadtrat Street-Art-Projekte grundsätzlich begrüsst. Die Initiative soll denn auch stets von den Liegenschaftseigentümern und den Künstlern selber ausgehen, wie der Luzerner Stadtrat betont. Dass sich die Stadt um die Suche nach geeigneten Objekten oder sogar um Finanzierungsmöglichkeiten kümmert, komme nicht in Frage. Genau dies hatten SP und Grüne aber in ihrem Postulat gefordert.

Linke Forderung geht zu weit

Eine aktive Förderung von Street Art sei nicht die Aufgabe der Stadt, findet der Stadtrat. Eine zu starke Einmischung der Behörden könnte sogar kontraproduktiv sein, argumentiert er weiter. Schliesslich sei bereits die Suche nach geeigneten Flächen im Stadtraum Teil des künstlerischen Prozesses. Dass quasi von oben verordnete Fassaden zur Übermalung freigegeben werden, sei nicht Sinn der Sache. Es könnte gemäss Stadtrat gar dazu führen, dass die Malereien von der einschlägigen Szene nicht akzeptiert werden – was wiederum die Gefahr berge, dass die Kunstwerke illegal übersprayt werden.

Bild: Pius Amrein / LZ

Bild: Pius Amrein / LZ

Sie ist Teil des Kulturprojekts Himmelrich in der Tödistrasse in Luzern: Die «Queen-Kong» ziert eine der Fassaden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Sie ist Teil des Kulturprojekts Himmelrich in der Tödistrasse in Luzern: Die «Queen-Kong» ziert eine der Fassaden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

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