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Streit unter Schwestern endet mit zerstörtem Pool und Strafanzeige

Zwei Luzernerinnen besitzen zusammen ein Haus, schön gelegen am Vierwaldstättersee. Die Stimmung zwischen den beiden ist, im Gegensatz dazu, alles andere als idyllisch – und die Staatsanwaltschaft gerät zwischen die Fronten.
Lena Berger
Weil sich die jüngere Schwester am Krach durch den Whirlpool im Keller störte, hat sie ihn immer wieder ausgeschaltet - dadurch soll er kaputt gegangen sein. (Symbolbild: Getty)

Weil sich die jüngere Schwester am Krach durch den Whirlpool im Keller störte, hat sie ihn immer wieder ausgeschaltet - dadurch soll er kaputt gegangen sein. (Symbolbild: Getty)

Ein Haus an privilegierter Wohnlage zu erben, ist meist ein Segen. Nicht aber, wenn man sich den Besitz mit Familienmitgliedern teilen muss, mit denen man zerstritten ist. Aus solchen Streitigkeiten würde sich wohl selbst die Staatsanwaltschaft lieber raushalten. Es gelingt ihr aber nicht immer.

Was auch immer zwischen den Schwestern um die sechzig vorgefallen sein mag, heute jedenfalls sind die Fronten verhärtet. Die eine wirft der anderen vor, ihren Whirlpool zerstört zu haben. Eine «Sachbeschädigung mit grossem Sachschaden» sei das gewesen, behauptet sie. Und zerrte ihre Schwester deswegen vor Gericht.

Schuld an dem Ganzen soll der Ehemann der älteren Schwester sein. Er hatte den Whirlpool im Keller 2012 wieder in Betrieb genommen, nachdem er wohl eine längere Zeit nicht gelaufen war. Die jüngere Schwester war darüber alles andere als erfreut. Sie beschwerte sich mehrfach über den Lärm, den das Ding verursache - und forderte die Stilllegung der Wellness-Oase.

«Listige Manipulationen», Emails und SMS

Davon wiederum wollte die ältere Schwester nichts wissen, weshalb die Jüngere selbst zur Tat schritt. Wann immer der Whirlpool eingeschaltet war, stieg sie in den Keller und schaltete ihn wieder aus. Die Situation spitzte sich immer weiter zu. Um der Sache ein Ende zu machen, entfernte die jüngere Schwester sogar einen Magneten aus der Techniktüre. Als das nichts half, steckte sie den Strom aus. Dann folgten die Sicherungen. Und als auch das nicht fruchtete, wurde der Ozonator und die Filtrierung des Pools ausgesteckt. Die Sache endete damit, dass die Anlage defekt war.

10'000 Franken Schaden sei entstanden, beschwerte sich die ältere Schwester fünf Jahre später gegenüber der Polizei. Warum sie so viel Zeit verstreichen liess, bis sie eine Anzeige machte, ist unklar. Als sie es tat, holte sie jedenfalls gleich zum Rundumschlag aus - und machte auch noch geltend, die jüngere Schwester habe auch noch alle Spielgeräte im Garten ohne Rücksprache abbauen lassen. Dadurch sei noch mal ein Schaden von 5000 Franken entstanden.

Jede der Schwestern hat sich einen Anwalt genommen, um sich gegenüber der anderen behaupten zu können. Für die Ältere ist klar, dass die Jüngere dahinter steckt. Sie habe ein konkretes und starkes Motiv gehabt, den Pool definitiv still zu legen. Sie habe sich vehement –mittels diverser unterschiedlicher und «listiger Manipulationen» und endlosen E-Mails, SMS und Reklamationen – gegen den angeblich zu lauten Pool gewehrt . Die Beschuldigte wiederum betonte, sie habe den Whirlpool nicht zerstört, sondern habe ihn lediglich abgeschaltet. Der Pool sei von der Anderen nicht fachgerecht gewartet worden. Deshalb sei es notwendig gewesen, den «Betrieb des Pools zu unterbinden».

Fünf Jahre nach dem Vorfall lässt sich nichts mehr beweisen

Die Staatsanwaltschaft entschied sich, die Strafanzeige nicht an die Hand zu nehmen. Sie geht zwar davon aus, dass die jüngere Schwester den Whirlpool wiederholt deaktiviert hat. Es sei aber nicht bewiesen und nach rund fünfeinhalb Jahren auch nicht mehr nachweisbar, dass die Anlage deshalb funktionsuntüchtig geworden sei - zumal der Pool inzwischen 25 Jahre alt ist.

Das Kantonsgericht stützte den Entscheid der Staatsanwaltschaft, die Sache nicht weiter zu verfolgen, weil sich ein strafbares Verhalten nicht beweisen lasse. Die ältere Schwester bleibt auf den Kosten sitzen: Sie muss nicht nur die Gerichtskosten von 2000 Franken zahlen, sondern auch 750 Franken an die Anwaltskosten der jüngeren Schwester.

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