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STROMGEWINNUNG: EWL begräbt Kraftwerk am Rümlig

Energie Wasser Luzern lässt das Kleinwasserkraftwerk zwischen Schwarzenberg und Malters fallen. Derweil muss Konkurrentin CKW hoffen, dass ihr Projekt an der Waldemme nicht das gleiche Schicksal ereilt.
Evelyne Fischer
Im Kanton Luzern ist die zusätzliche Nutzung von Wasserkraft umstritten. Das Bild stammt vom Bau des Wasserkraftwerks Ettisbühl bei Malters Ende November 2010. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Im Kanton Luzern ist die zusätzliche Nutzung von Wasserkraft umstritten. Das Bild stammt vom Bau des Wasserkraftwerks Ettisbühl bei Malters Ende November 2010. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

«Konkurrenten bauen Kraftwerk» – so titelte unsere Zeitung im Mai 2013, als zwei Luzerner Stromversorger ihre Pläne für ein Kleinwasserkraftwerk am Rümlig bekannt gaben. Bis zu 20 Millionen Franken wollten Energie Wasser Luzern (EWL) und die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) in ein gemein­sames Projekt investieren. «Die Anlage könnte bei optimalem Planungs- und Genehmigungsverlauf ab 2017 zwischen Schwarzenberg und Malters Strom für gut 2000 Haushalte produzieren», hiess es damals.

Recherchen unserer Zeitung zeigen nun: Daraus wird nichts. «Verschiedene Faktoren haben EWL dazu bewogen, von weiteren Anstrengungen für die Realisation des Kleinwasserkraftwerkes am Rümlig abzusehen», bestätigt Mediensprecherin Sabrina Heberle. Zum einen habe die Entwicklung der Energiemärkte «die Wirtschaftlichkeit des Projekts vor grosse Herausforderungen» gestellt. Zum anderen war schlicht der Widerstand der Umweltverbände zu gross. Heberle: «Die klaren Signale für Einsprachen gegen das projektierte Kleinwasserkraftwerk am Rümlig stellten ein zu hohes Risiko dar.»

Kritisch gegenüber den Kraftwerkplänen am Rümlig zeigte sich die Gewässerschutzorganisation Aqua Viva. Wegen der langen Restwasserstrecke des Fliessgewässers und der Schluchtstrecke «mit hohem Landschaftswert» habe man das Projekt als «sehr heikel» beurteilt, sagt Geschäftsführerin Antonia Eisenhut, die sich nun freut, dass der Bau «zu Gunsten des Rümlig und seiner Bewohner» nicht realisiert wird.

Von einem Partnerkraftwerk von EWL und CKW – Letztere hätte sich zu 60 Prozent am Projekt beteiligt – war übrigens seit 2016 nicht mehr die Rede. Stillschweigend hatte die CKW damals die Kraftwerkpläne an die EWL abgetreten. Die steife Bise, die den Initianten von Naturschutz-Organisationen entgegen wehte, sei mit ein Grund dafür gewesen, sagt CKW-Mediensprecher Marcel Schmid. «Die CKW wollte sich daher auf ihr Kleinwasserkraftprojekt an der Waldemme konzentrieren und gleichzeitig weitere Projekte im Bereich neue Energien vorantreiben.»

Wasserkraftwerk im Entlebuch liegt auf Eis

Apropos Waldemme: Beim 32-Millionen-Franken-Projekt der CKW im Entlebuch geht es in absehbarer Zeit keinen Schritt weiter. Zwar hat die Regierung dem Wasserkraftwerk im Herbst 2016 die Konzession erteilt, und auch die Baubewilligungen aus Flühli und Schüpfheim liegen vor. Am letzten Tag der Auflagefrist reichten WWF Schweiz, Pro Natura, Aqua Viva und der Fischereiverband des Kantons Luzern ­allerdings Beschwerde ein (Ausgabe vom 21. November 2016).

In der Zwischenzeit fand eine Begehung mit drei Richtern statt. Der Fall ist aber nach wie vor hängig. «An unserem Standpunkt hat sich nichts geändert», sagt Kurt Eichenberger, Geschäftsführer von WWF Luzern und Sprecher des Beschwerdeführers, auf Anfrage. «Wir warten aufs Urteil.»

CKW derweil glaubt noch ­immer an ihr Projekt. «Die Waldemme bietet im Kanton das grösste Potenzial für die Produktion von Wasserkraft», sagt Mediensprecher Marcel Schmid. «Wir sind überzeugt, an diesem Standort ein nachhaltiges Projekt für die Stromproduktion für rund 3800 Haushalte realisieren zu können.» Bis dahin fliesst wohl noch viel Wasser die Waldemme hinab: Liegt die Konzession rechtsgültig vor, rechnet CKW mit mindestens drei Jahren für Planung und Bau.

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